"Hier arbeitet ein Mensch!" – Wie Zugbegleiter täglich um Respekt kämpfen

Edmund Hecker
Edmund Hecker
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Eine Schwarz-Weiß-Szene eines Zugunglücks mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Edmund Hecker

"Hier arbeitet ein Mensch!" – Wie Zugbegleiter täglich um Respekt kämpfen

Eine neue Kampagne rückt die täglichen Kämpfe von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den Fokus. Unter dem Motto "Vergesst nie: Hier arbeitet ein Mensch!" soll das Bewusstsein für die Beleidigungen und Bedrohungen geschärft werden, denen viele Angestellte ausgesetzt sind. Mandy Brune, eine Zugbegleiterin aus Saerbeck, gehört zu denen, die ihre Erlebnisse teilen, um Veränderungen voranzutreiben.

Brune erlebt regelmäßig verbale Angriffe, Gewaltandrohungen und eine beunruhigende Gleichgültigkeit von Umstehenden. Obwohl sie ihren Beruf liebt, empfindet sie es als erschütternd, wenn Fahrgäste in solchen Situationen einfach wegschauen. Doch sie beobachtet auch einen Wandel: Mittlerweile greifen einige Reisende ein, wenn sie bedroht wird.

Laut DB Regio Nordost gab es 2023 allein in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 89 Fälle von Körperverletzungen gegen Mitarbeiter. Insgesamt wurden in der Region in diesem Jahr 250 Straftaten registriert.

Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, fordert dringend Maßnahmen: unter anderem Doppelte Besetzung in Zügen, Körperkameras für Beschäftigte und eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich mit Übergriffen auf Zugbegleiter befasst. Die Kampagne soll den Fahrgästen ins Gedächtnis rufen, dass hinter jeder Uniform ein Mensch steht, der Respekt und Schutz verdient.

Die Initiative entsteht zu einer Zeit, in der Zugbegleiter weiterhin über hohe Belastungen durch Misshandlungen und mangelnde Unterstützung berichten. Mit wachsendem öffentlichen Bewusstsein beginnen einige Fahrgäste, in kritischen Momenten einzugreifen. Die Forderung nach besseren Sicherheitsvorkehrungen – von Körperkameras bis zu rechtlichem Schutz – bleibt ein zentrales Anliegen von Beschäftigten und Gewerkschaften.

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