29 March 2026, 16:25

Wohnraum als Lockmittel: Wie Firmen mit Mitarbeiterwohnungen Fachkräfte gewinnen wollen

Plakat mit dem Weißen Haus und Text, der den Biden-Harris-Wirtschaftsplan als blue-collar-Blueprint für gut bezahlte Jobs ohne vierjähriges Studium bewirbt.

Wohnraum als Lockmittel: Wie Firmen mit Mitarbeiterwohnungen Fachkräfte gewinnen wollen

Immer mehr deutsche Unternehmen setzen auf Wohnraum für Mitarbeiter, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 58 Prozent der Firmen überzeugt sind, solche Modelle erleichtern die Personalbeschaffung. Doch bisher bietet nur ein kleiner Teil direkte oder indirekte Wohnunterstützung an.

Trotz der offensichtlichen Vorteile sehen sich viele Betriebe mit Hürden konfrontiert – etwa hohen Kosten und einem angespannten Mietmarkt. Aktuell stellen lediglich neun Prozent der deutschen Unternehmen ihren Angestellten direkten Wohnraum zur Verfügung. Weitere 21 Prozent unterstützen indirekt, zum Beispiel durch Zuschüsse oder Kooperationen mit Vermietern. Vier Prozent planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre Wohnleistungen einzuführen.

Die größte Herausforderung für die Unternehmen ist der Mietmarkt: Zwei Drittel bewerten die Rahmenbedingungen als ungünstig. 45 Prozent finden keine verlässlichen Partner in der Wohnungswirtschaft. Finanzielle und bürokratische Belastungen halten zudem 40 Prozent der Firmen davon ab, Wohnraum anzubieten.

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Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit Wohnkonzepten verzeichnet eine bessere langfristige Mitarbeiterbindung. Philipp Deschermeier, Experte vom IW-Wirtschaftsinstitut, betont einen weiteren Pluspunkt: Betriebswohnungen können Firmen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Um Fortschritte zu erzielen, schlägt Deschermeier klarere Richtlinien für Unternehmen und schnellere Genehmigungsverfahren für Wohnprojekte auf dem Betriebsgelände vor. Weniger Bürokratie, so seine Argumentation, könnte mehr Betriebe dazu bewegen, solche Modelle umzusetzen.

Zwar bieten derzeit nur wenige deutsche Unternehmen Wohnunterstützung an, doch das Interesse wächst. Die größten Hindernisse bleiben finanzielle Engpässe und der enge Wohnungsmarkt. Sollten sich diese Rahmenbedingungen verbessern, könnten mehr Firmen auf Wohnleistungen setzen, um dringend benötigte Arbeitskräfte zu sichern.

Quelle