Willich passt Kita-Angebote an sinkende Nachfrage und Haushaltsdruck an
Lia RömerWillich passt Kita-Angebote an sinkende Nachfrage und Haushaltsdruck an
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote aufgrund veränderter Nachfrage und Haushaltszwängen neu. Wie die Stadtverwaltung bekannt gab, soll die Kita Alperhof umziehen und die Einrichtung St. Irmgardis bis 2027 geschlossen werden. Hintergrund sind sinkende Geburtenraten und Bevölkerungsverschiebungen, die vor allem in den nördlichen Stadtteilen zu einem Rückgang lokaler Betreuungsmöglichkeiten führen.
Die Kita Alperhof wird von ihrem aktuellen Standort in das generationenübergreifende Projekt Reinershof verlegt – eine neue Einrichtung mit vier Gruppen. Die Fahrt dorthin dauert für Eltern neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus. Das bisherige Gebäude wird abgerissen; Pläne für einen Neubau an gleicher Stelle wurden verworfen.
Die Kita St. Irmgardis stellt ihren Betrieb zum Ende des Kitajahres 2026/2027 ein. Anschließend wird die Stadt das Gebäude an Villa Kunterbunt verpachten, die dort ihr Angebot ausbauen wird. Ab dem Kitajahr 2027/2028 stehen in den modernisierten Räumen Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung zur Verfügung.
Die Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält ihre freiwillige Förderung vorerst bis zum 31. Juli 2027. Über eine mögliche Schließung soll vor diesem Datum entschieden werden. Auch das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK endet zum 31. Juli 2026.
Diese Anpassungen folgen einem Bevölkerungsrückgang von 15 Prozent in den nördlichen Ortsteilen wie Anrath und Neersen zwischen 1990 und 2020. Junge Familien sind weggezogen, wodurch die Nachfrage nach Betreuungsplätzen gesunken ist. Da bis 2029 mit 440 ungenutzten Kita-Plätzen zu rechnen ist, kann die Stadt unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen den Bau zweier neuer städtischer Einrichtungen nicht rechtfertigen.
Die Veränderungen zielen darauf ab, die Angebote in wachsenden Stadtteilen zu bündeln und wenig genutzte Standorte schrittweise aufzugeben. Villa Kunterbunt erhält ein größeres, modernisiertes Gebäude, während Reinershof die verlegte Kita Alperhof aufnimmt. Eltern in den nördlichen Ortsteilen Willichs müssen jedoch mit längeren Fahrzeiten rechnen, da vor Ort immer weniger Betreuungsmöglichkeiten bleiben.