Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Kritik an möglicher Zugangseinschränkung
Aldo RömerEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Kritik an möglicher Zugangseinschränkung
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Der Schritt sorgt für Diskussionen: Während einige die Notwendigkeit zusätzlicher Einnahmen befürworten, befürchten andere, dass dies die öffentliche Rolle des Wahrzeichens verändern könnte. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner übt scharfe Kritik an dem Vorhaben.
Die Kathedrale, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Die Verantwortlichen planen nun, in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Eintrittsgebühr einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Schock-Werner, die einst für die Instandhaltung des Doms zuständig war, nannte den Plan "sehr problematisch". Sie warnte, dass Gebühren den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken und damit den Charakter des Ortes als Stätte für alle verändern könnten. Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Mitteln an, argumentierte jedoch, dass Eintrittsgelder die tiefe Verbindung der Kathedrale mit der Stadt schwächen könnten.
Die öffentlichen Reaktionen der vergangenen fünf Jahre fielen gemischt aus. Proteste und Petitionen – darunter eine Kampagne 2023 gegen Domgebühren – warfen den Verantwortlichen vor, heilige Stätten in profitorientierte Attraktionen zu verwandeln. Doch mit steigenden Besucherzahlen akzeptierten immer mehr Menschen die Gebühren als notwendig für den Erhalt des Bauwerks.
Die Einführung des Eintrittsgelds würde einen tiefgreifenden Wandel für den Kölner Dom bedeuten – ein Balanceakt zwischen finanziellen Erfordernissen und öffentlichem Zugang. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte dies das Erlebnis der Millionen Besucher, die jährlich das historische Bauwerk besuchen, nachhaltig prägen. Eine endgültige Entscheidung über die Preise steht noch aus.