Willich: Eltern protestieren gegen geplante Kita-Gebührenreform und Geschwisterrabatt-Kürzungen
Edmund HeckerWillich: Eltern protestieren gegen geplante Kita-Gebührenreform und Geschwisterrabatt-Kürzungen
Eltern in Willich protestieren gegen geplante Änderungen bei den Kita-Gebühren. Die Stadtverwaltung will Geschwisterrabatte kürzen und Gebührensteigerungen begrenzen – was bei Familien auf massive Kritik stößt. Die Behörden begründen die Anpassungen mit Haushaltszwängen, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Die Debatte um die Betreuungskosten in Willich zieht sich bereits seit Monaten hin. Ungeklärt bleiben weiterhin Probleme wie Personalmangel, Schließungen von Einrichtungen und nun die geplanten Gebührenänderungen. Die aktuellen Vorschläge sehen vor, den Geschwisterrabatt für das erste Kind in der Kita auf 75 oder 80 Prozent zu deckeln, während weitere Geschwister weiterhin beitragsfrei bleiben sollen. Bei der Nachmittagsbetreuung könnte der Rabatt sogar auf 60 oder 70 Prozent sinken.
Eltern, angeführt von Marlene Mendes und dem Jugendamt-Elternbeirat (JAEB), lehnen die Pläne entschlossen ab. Sie argumentieren, dass die Änderungen Familien unzumutbar belasten, die ohnehin schon mit hohen Kosten kämpfen. Unterstützung erhalten sie von der SPD-Fraktion, die statt Gebührenerhöhungen Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vorschlägt.
Bürgermeister Christian Pakusch betont, dass es sich bei den Vorschlägen noch nicht um beschlossene Maßnahmen handle. Er wies darauf hin, dass die gewählten Vertreter die Anpassungen erst noch beraten und absegnen müssten. Die Stadt strebt an, durch die Kürzung der Geschwisterbefreiungen 500.000 Euro einzusparen und weitere 100.000 Euro, indem Gebührensteigerungen auf drei Prozent begrenzt werden. Pakusch verwies zudem auf Nachbarstädte wie Nettetal und Kempen, die bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr erheben – ein Modell, dem Willich folgen könnte.
Angesichts der angespannten Haushaltslage sucht die Stadt nach neuen Einnahmequellen, darunter auch die Anpassung der Elternbeiträge. Sollten die Änderungen beschlossen werden, würden sie 2026 in Kraft treten. Eltern und politische Gruppen wehren sich weiterhin gegen die Pläne, sodass das Ergebnis weiterhin offen ist.






