Von Heino bis Rammstein: Mein skurriles Abenteuer in Berlins Avantgarde-Theater
Walburga HornigVon Heino bis Rammstein: Mein skurriles Abenteuer in Berlins Avantgarde-Theater
Ein jüngster Versuch mit Desensibilisierungstherapie führte mich auf eine unerwartete Reise durch Berlins Avantgarde-Theaterszene. Was als Methode begann, persönliche Ängste zu überwinden, endete mit einer Kreuzfahrt-Performance, die Heino und Rammstein vermischte – und einem Anfall von Übelkeit.
Die Idee stammte von einer Freundin, die mir Expositionstherapie vorschlug, um meine Abneigung gegen einen bestimmten Schauspieler zu überwinden. Dieser Darsteller ist berüchtigt dafür, nackt auf der Bühne aufzutreten und gelegentlich aus seiner Rolle zu fallen. Um die Angst zu bekämpfen, erstellten wir eine Liste zunehmend herausfordernder Aufgaben. Es begann damit, jede Vorstellung mit dem nackten Hauptdarsteller zu besuchen, und gipfelte in einer Kreuzfahrt mit einer verpflichtenden Abendperformance: Heino trifft Rammstein.
Der erste Schritt bestand darin, ein visuell beeindruckendes Stück über Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft zu sehen. Das Publikum reagierte am Ende mit lautem, begeistertem Applaus. Danach saßen wir bei Frühling für Hitler, um uns von der vorherigen Erfahrung zu erholen.
Bei der finalen Herausforderung – der Kreuzfahrt-Show – stellte sich schnell Unbehagen ein. Ein einzelner Zuschauer in der Nähe brüllte wütend Buh auf die Bühne. Die Performance selbst wirkte surreal und hinterließ bei mir noch lange danach ein flaues Gefühl im Magen.
Das Experiment lotete Grenzen aus – von der Konfrontation mit der Angst vor Nacktheit auf der Bühne bis hin zum Erdulden einer skurrilen musikalischen Fusion. Zwar beseitigte die Therapie nicht das Unbehagen, doch sie zeigte die Extreme der Berliner Theaterwelt auf. Die Kreuzfahrt-Show hinterließ besonders einen bleibenden Eindruck – wenn auch keinen positiven.






