24 March 2026, 20:26

"Sünderchen"-Wald fällt dem Tagebau Hambach zum Opfer – trotz Proteste und Artenschutzdebatte

Schwarzes und wei├čes Foto eines Kohlebergbaus mit Geb├Ąuden, Masten und B├Ąumen im Hintergrund und Text unten.

Was Sie über die Rückeroberung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - "Sünderchen"-Wald fällt dem Tagebau Hambach zum Opfer – trotz Proteste und Artenschutzdebatte

"Sünderchen": Kleiner Wald soll für Tagebau Hambach gerodet werden

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Ein kleines Waldstück mit dem Namen "Sünderchen" (wörtlich: "kleiner Wald der Sünde") soll in der Nähe des Tagebaus Hambach in Deutschland gerodet werden. Der Energiekonzern RWE plant, ab dem 1. Oktober die Bäume zu fällen – trotz anhaltender Proteste von Umweltschützern. Die Maßnahme erinnert an frühere Konflikte um den benachbarten Hambach-Forst, doch anders als dieser war das "Sünderchen" nicht Teil des Braunkohle-Kompromisses von 2020, der den größeren Nachbarwald rettete.

Das Waldgebiet liegt östlich des Hambacher Forstes im rheinischen Revier von Nordrhein-Westfalen. Im Gegensatz zu Hambach war es nie in die Vereinbarung von 2020 einbezogen, die die Abholzung dort stoppte. Stattdessen soll das "Sünderchen" geflutet werden, um es in einen See zu verwandeln – Teil der Renaturierungspläne für die ehemalige Bergbauregion.

Jahrzehntelanger Braunkohleabbau hat tiefe Krater in der Landschaft hinterlassen. Da der Tagebau bis 2030 enden soll, argumentiert RWE, dass Kies aus dem Wald dringend benötigt werde, um die Uferböschungen des künftigen Sees zu stabilisieren. Das Unternehmen betont, alle Genehmigungen lägen vor, und das Material sorge für sichere Dämme. Kritiker werfen dem Projekt hingegen vor, es diene vor allem dem Bau einer Yacht-Marina – auf Kosten eines funktionsfähigen Ökosystems.

Im Januar entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Rodung nicht gegen Artenschutzrecht verstoße. Die Umweltorganisation BUND NRW lehnt die Entscheidung weiterhin ab und verweist auf alternative Lösungen. Polizeieinsätze zur Räumung des Gebiets sind ab dem 20. Oktober geplant.

Der Streit weckt Erinnerungen an die Besetzung des Hambacher Forstes, wo Aktivisten jahrelang mit den Behörden aneinandergingen. Während der Hambach-Forst schließlich gerettet wurde, steht das "Sünderchen" nun vor einem anderen Schicksal – verknüpft mit dem strukturellen Wandel der Region.

Die Fällarbeiten beginnen am 1. Oktober, die polizeiliche Räumung wird für später im Monat erwartet. Die Beseitigung des Waldes markiert einen weiteren Schritt im Ausstieg des Rheinlands aus dem Braunkohleabbau. Nach der Rodung soll das Gebiet langfristig in ein neues Seenland integriert werden, das die Landschaft für künftige Nutzungen umgestaltet.

Quelle