Renault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit
Walburga HornigRenault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit
Renault hat seine Batterie-Lieferkette umgestaltet, um Lagerbestandsprobleme und regulatorische Hürden zu bewältigen. Der Automobilhersteller behandelt Batterien nun als hochwertige Vermögenswerte statt als Wegwerfteile. Diese Neuausrichtung ist Teil einer umfassenden Strategie, um die Effizienz zu steigern und Stillstandszeiten bei Fahrzeugen, die Reparaturen benötigen, zu verkürzen.
2023 stellte Renault ein neues Konzept für die Batterielogistik vor. Das System sieht vor, dass Komponenten zwischen Händlern, Werkstätten, Lagern und Recyclingbetrieben in mehreren Richtungen zirkulieren. Batterien, die bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs ausmachen können, werden nun als wiederverwendbare Ressourcen und nicht als Einwegprodukte managed.
Das Unternehmen arbeitet mit Logistikpartnern wie STVA zusammen, um den sicheren Transport und die Handhabung zu gewährleisten. In Frankreich unterstützen Werkstattnetzwerke wie Norauto und Feu Vert die Umsetzung eines 360-Grad-Modells. Dieses Modell konzentriert sich auf die Aufarbeitung, das Recycling und die Zweitverwertung von Batterien in ganz Europa.
Eine der größten Herausforderungen ist die unvorhersehbare Entwicklung der Batterievorschriften. Die Regelungen unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern sogar regional – in Deutschland gelten beispielsweise in jedem Bundesland unterschiedliche Anforderungen. Da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden, kommt eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Auch die Echtzeit-Nachverfolgung gestaltet sich schwierig, da Partner verschiedene ERP-, WMS- und TMS-Systeme nutzen, was zu uneinheitlicher Datentransparenz führt.
Um Reparaturen zu beschleunigen, führte Renault ein Batterie-Tauschsystem ein. Kunden erhalten so schnell einen Ersatzakku, während ihr Originalmodul parallel instand gesetzt wird. Ziel ist es, zu verhindern, dass Fahrzeuge wegen Batterieproblemen 15 bis 20 Tage lang stillstehen.
Langfristig strebt Renault eine vollständig kreislauforientierte Lieferkette an. In diesem System agiert jeder Beteiligte – von Zulieferern bis zu Recyclingunternehmen – sowohl als Anbieter als auch als Kunde, um sicherzustellen, dass Batterien so lange wie möglich im Einsatz bleiben.
Die neue Strategie reduziert Verzögerungen und maximiert die Lebensdauer der hochwertigen Batterieeinheiten. Indem Renault Batterien als Vermögenswerte und nicht als Abfall behandelt, senkt das Unternehmen Kosten und verbessert die Nachhaltigkeit. Das 360-Grad-Modell fördert zudem die Zusammenarbeit innerhalb des europäischen Netzwerks.






