19 April 2026, 04:22

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb wegen gravierender Tierschutzverstöße gesperrt

Plakat mit dem Titel "Geschichten vom Hof" mit einem Schwein, einer Schweinegeldbörse, verschiedenen Tieren, einem Kreisdiagramm und Text auf einem weißen Hintergrund.

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb wegen gravierender Tierschutzverstöße gesperrt

Ein Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis, Nordrhein-Westfalen, ist aus dem QS-Qualitätssicherungssystem ausgeschlossen worden, nachdem schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt wurden. Verdeckt gedrehte Aufnahmen zeigten verletzte Schweine, tote Ferkel und erschütternde Haltungsbedingungen – was sowohl strafrechtliche Ermittlungen als auch eine brancheninterne Untersuchung auslöste.

Die Tierschutzorganisation Aninova hatte die Missstände zunächst mit Videobeweisen auf Instagram öffentlich gemacht, die über eine halbe Million Aufrufe verzeichneten. Die Aufnahmen dokumentierten vernachlässigte Tiere und heruntergekommene Stallanlagen, woraufhin die Behörde offiziell informiert wurde.

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Der Betrieb gehört einem Sauenhalter, der zugleich Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes ist. Bereits zuvor war der Hof bei Kontrollen durchgefallen. Ein Nachbesuch des örtlichen Veterinäramts bestätigte weitere Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften.

Am 14. Oktober führte das QS-System eine Sonderprüfung durch. Die Ermittler fanden tote Tiere und inakzeptable Lebensbedingungen vor, was zum sofortigen Ausschluss des Betriebs aus dem Zertifizierungssystem führte. Auch der ursprüngliche Prüfer, der für frühere Kontrollen zuständig war, wurde wegen Befangenheitsbedenken suspendiert.

Auf Nachfrage wollte ein Sprecher des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes zu Personalangelegenheiten keine Stellung nehmen und gab an, den Betrieb nicht zu kennen. Aninova kritisierte die Doppelfunktion des Landwirts: Seine öffentliche Interessenvertretung für die Landwirtschaft stehe im Widerspruch zu den dokumentierten Zuständen auf seinem eigenen Hof.

Gegen den Betrieb laufen nun strafrechtliche Ermittlungen, während das QS-System den ursprünglichen Prüfer von künftigen Tierhaltungs-Kontrollen ausgeschlossen hat. Der Fall offenbart Lücken in der Aufsicht – unabhängige Prüfungen und öffentlicher Druck waren entscheidend, um die Verstöße aufzudecken.

Quelle