19 April 2026, 06:22

Pionier der Herzforschung Gerd Assmann mit 84 Jahren gestorben

Diagramm eines menschlichen Herzens, das die Klappen hervorhebt und mit Nummern und Text versehen ist, um einen Patentanspruch für eine Herzklappe anzuzeigen.

Pionier der Herzforschung Gerd Assmann mit 84 Jahren gestorben

Professor Dr. Gerd Assmann, eine prägende Persönlichkeit der Lipid- und Arterioskleroseforschung, ist verstorben. Seine Arbeit revolutionierte das Verständnis von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und prägte moderne Präventionsstrategien. Mit über 1.000 wissenschaftlichen Publikationen zählte er zu den weltweit meistzitierten Forschern auf seinem Gebiet.

Assmann, in Deutschland geboren und aufgewachsen, studierte Medizin in Köln, Freiburg und Düsseldorf. Bereits früh in seiner Karriere forschte er an der Universität Köln und später am National Heart and Lung Institute in Bethesda, USA. Seine Rückkehr nach Deutschland markierte den Beginn jahrzehntelanger bahnbrechender Arbeiten zur biochemischen und klinischen Lipidstoffwechsel-Forschung.

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1978 initiierte er die PROCAM-Studie, ein Langzeitprojekt, das die Risikobewertung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen grundlegend veränderte. Die Erkenntnisse der Studie führten zur Entwicklung der PROCAM-Algorithmen, mit denen Ärzte individuelle Herzrisiken präziser vorhersagen konnten. Diese Instrumente wurden weltweit zu einem unverzichtbaren Bestandteil der klinischen Praxis.

Assmann leitete das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universität Münster. Dort gründete er zudem das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung, wo sein Team entscheidende molekulare Mechanismen des Lipidstoffwechsels und der Plaque-Bildung entschlüsselte. Unter seiner Führung wurden sowohl die Forschung als auch die praktische Anwendung in der Herz-Kreislauf-Prävention maßgeblich vorangetrieben.

Über die akademische Welt hinaus gründete er 2001 die Assmann-Stiftung für Prävention, die sich der gesundheitlichen Aufklärung widmete. Mit Kampagnen wie "Deutschland checkt sein Herzalter" erreichte die Stiftung über 840.000 Teilnehmer. Seine Arbeit schuf eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und gesundheitlicher Alltagsbewusstseinsbildung.

Assmanns Wirken reichte von laborbasierten Durchbrüchen bis zu bundesweiten Präventionsprogrammen. Seine Algorithmen und Studien bleiben grundlegend für die Kardiologie, während seine Stiftung weiterhin die Herzgesundheitskompetenz fördert. Sein Erbe wirkt in Forschung, klinischer Praxis und öffentlichen Gesundheitsinitiativen fort.

Quelle