Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten
Edmund HeckerPetrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten
Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen, eine der renommiertesten Auszeichnungen der Kunstwelt. Mit 39 Jahren ist er der jüngste Preisträger in der Geschichte des Preises. Seine Werke setzen sich häufig mit dem Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und den harten Realitäten des Krieges auseinander.
Halilaj wuchs während des ethnischen Konflikts der 1990er-Jahre zwischen Albanern und Serben im Kosovo auf. Als er 13 Jahre alt war, brannten serbische Truppen das Haus seiner Familie nieder – ein Ereignis, das sein künstlerisches Schaffen tief prägte. Seine Projekte thematisieren immer wieder Erinnerung, Vertreibung und Widerstandsfähigkeit.
In den letzten fünf Jahren waren seine Ausstellungen in ganz Europa zu sehen, darunter Gift oder Gegengift im Pirelli HangarBicocca in Mailand, Geschichte eines Drachen in der Galerie ChertLüdde in Berlin und Shqiptaret te Lufta in der Kunsthalle Basel im Jahr 2023. Kürzlich wurde Eine Gestalt weiter entfernt wie die Angst bei Hauser & Wirth in Paris gezeigt.
Der Nasher-Preis, der 2015 ins Leben gerufen wurde, wechselt seit 2023 in ein zweijähriges Turnusformat. Carlos Basualdo, Direktor des Nasher Sculpture Center, bezeichnete Halilajs Kunst als eine Kraft, die Menschen verbindet und Hoffnung schenkt. Halilaj plant, das Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar für die Unterstützung der von ihm mitgegründeten Hajde!-Stiftung zu verwenden, die sich für die Förderung der Künste im Kosovo einsetzt. Die Stiftung hat bereits zur Wiederbelebung kultureller Einrichtungen in der Region beigetragen.
Halilajs Auszeichnung unterstreicht seinen Einfluss auf die zeitgenössische Kunst und sein Engagement für den kulturellen Wiederaufbau des Kosovo. Das Preisgeld wird über die Hajde!-Stiftung weitere Projekte finanzieren und so die fortlaufende Unterstützung lokaler Künstler sichern. Sein Werk bleibt eine Brücke zwischen persönlicher Geschichte und kollektiver Heilung.






