16 March 2026, 06:22

Katholiken fordern Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Erzbistum Paderborn

Ein Buchumschlag mit Bildern von Kircheninnenräumen, Kunstgegenständen und Texten zur Geschichte und Bedeutung der Katholischen Kirche.

Katholiken fordern Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Erzbistum Paderborn

Rund 200 Katholiken versammelten sich diese Woche in Dortmund, um den Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Die Veranstaltung markierte den Auftakt einer Reihe von Gesprächen darüber, wie die Kirche auf Jahrzehnte des Fehlverhaltens durch Kleriker reagieren sollte.

Das Erzbistum Paderborn steht seit Bekanntwerden eines Berichts, der 485 Missbrauchsopfer zwischen 1941 und 2002 dokumentiert, massiv in der Kritik. Mehr als 200 Geistliche waren demnach in die Vorfälle verwickelt, doch keiner von ihnen wurde von der Kirche offiziell zur Verantwortung gezogen. Als symbolische Geste wurden nun QR-Codes auf den Gräbern der in den Skandal verstrickten Bischöfe angebracht, die zu Informationen über ihr Leben und ihre Vergehen verlinken.

Während des Treffens versprach Erzbischof Udo Markus Bentz den Opfern finanzielle Entschädigungszahlungen. Michael Heltner, ein Betroffener, der in einer kirchlichen Einrichtung missbraucht wurde, forderte nicht nur angemessene Entschädigungen, sondern auch langfristige psychologische Unterstützung für die Geschädigten. Ein Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Vermögens des Erzbistums für Wiedergutmachungsleistungen und Renten für die Überlebenden bereitzustellen.

Die Gespräche fielen mit dem Gebetstag für Opfer sexualisierter Gewalt am 18. November zusammen. Einige Teilnehmer regten an, einen gesamten Sonntag der Auseinandersetzung mit dem Missbrauchsskandal zu widmen. Weitere Treffen mit Gläubigen sind in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück geplant.

Die Kirche hat begonnen, die Missbrauchskrise mit öffentlichen Diskussionen und Entschädigungszusagen anzugehen. QR-Codes auf den Gräbern der Bischöfe sollen Transparenz über frühere Vergehen schaffen. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie wirksam das Erzbistum die Betroffenen unterstützt und weiteren Schaden verhindert.

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