29 March 2026, 16:25

Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne

Eine rote und schwarze Flagge mit einem Löwen in der Mitte, umrandet von einem schwarzen Rand, repräsentiert Deutschland.

Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne

Solidaritätskonzert von Heino lenkt Blick auf Entlassung eines Feuerwehrmanns in Sachsen

Ein Solidaritätskonzert des deutschen Sängers Heino hat die jüngste Entlassung eines Feuerwehrmanns in Sachsen in den Fokus gerückt. Richard Mänder, ein Freiwilliger aus Bad Belzig, wurde von seinen Aufgaben als Preisrichter abberufen, nachdem er bei einer Meisterschaftsveranstaltung die vollständige Version der Nationalhymne gespielt hatte. Das Konzert, an dem Hunderte teilnahmen, machte die tiefen Gräben um den umstrittenen ersten Vers der Hymne deutlich.

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Der Vorfall ereignete sich bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften in Torgau, wo Mänder Heinos Aufnahme von Das Lied der Deutschen aus den 1970er-Jahren abspielte – inklusive aller drei Strophen. Der erste Vers, der seit dem Zweiten Weltkrieg wegen seiner historischen Verknüpfung mit NS-Propaganda kaum noch verwendet wird, führte zu seiner sofortigen Absetzung. Der Deutsche Feuerwehrverband verteidigte die Entscheidung und entzog ihm sämtliche Richterämter. Mänder wies jedoch jede rechtsextreme Gesinnung von sich und bezeichnete die Sanktionen als ungerecht; er fühle sich zu Unrecht stigmatisiert.

Heinos Manager, Helmut Werner, organisierte das Konzert in Bad Belzig als direkte Unterstützung. Rund 800 Menschen versammelten sich, schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen und sangen zu Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara mit. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen zeigten sich solidarisierend, und das Publikum jubelte besonders laut, als Heino Layla performte – ein Lied, das zuvor wegen sexistischer Untertöne kritisiert worden war. Als Zugabe sang er das Volkslied Schwarzbraun ist die Haselnuss, das keine direkten politischen Bezüge aufweist.

Werner wies Vorwürfe zurück, Heino oder die Veranstaltung hätten rechtsextreme Motive. Der erste Vers der Hymne sei nie offiziell verboten worden, sondern werde lediglich bei offiziellen Anlässen weggelassen, betonte er. Unterdessen lobte der AfD-Politiker Lars Schieske das Konzert als Beweis für eine "zusammenstehende Gemeinschaft". Die Debatte spiegelt anhaltende Spannungen wider: Während sich der Mainstream vom ersten Vers distanziert, argumentieren einige Konservative, seine Verwendung bleibe legitim.

Das Konzert endete mit starker öffentlicher Unterstützung für Mänder, doch seine Zukunft bei Feuerwehrwettbewerben bleibt ungewiss. Die Veranstaltung unterstrich die anhaltenden Kontroversen um nationale Symbole und ihre historische Belastung. Vorerst gilt der Beschluss des Feuerwehrverbands – Mänder bleibt von Richteraufgaben ausgeschlossen.

Quelle