Expressionistisches Meisterwerk von Schmidt-Rottluff an jüdische Erben restituiert

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Ein Museumsschild mit Text und Skulpturen darauf.Admin User

Beutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Expressionistisches Meisterwerk von Schmidt-Rottluff an jüdische Erben restituiert

Ein bedeutendes expressionistisches Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff wurde nach Jahrzehnten in einem deutschen Museum an die Erben einer jüdischen Familie zurückgegeben. Zwei Frauen (Frauen in Grün), 1914 entstanden, wurde aus dem Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal an die Nachkommen des jüdischen Industriellen Alfred Hess restituiert, dessen Sammlung unter der NS-Herrschaft zerschlagen wurde. Es handelt sich um die zweite größere Rückgabe an die Familie Hess in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr allein.

Das Gemälde gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem Industriellen aus Erfurt, der 1931 verstarb. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten brachte seine Witwe Thekla Hess das Kunstwerk 1933 in die Schweiz, um es zu schützen. Vier Jahre später, aus Angst vor Verfolgung durch die Gestapo, gab sie es an den Kölner Kunstverein zurück, der später fälschlich behauptete, es sei im Krieg verloren gegangen.

Bis 1947 tauchte das Werk wieder auf – diesmal in der Sammlung des Wuppertaler Städtischen Museums (heute Von-der-Heydt-Museum), das es über den Kölner Kunsthändler Aloys Faust erworben hatte. Seitdem befand es sich im Besitz des Museums – bis jüngste Verhandlungen zu seiner Restitution führten.

Die Einigung sieht vor, dass das Museum das Gemälde mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein-Westfalen und weiterer Kulturorganisationen zurückkauft. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, betonte die Bedeutung der Aufarbeitung der Schicksale von Kunstwerken, die jüdischen Sammlern in der NS-Zeit geraubt wurden.

Für die Familie Hess ist dies nicht die erste Restitution. Bereits 2006 wurde Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild (1913), ein weiteres Werk aus ihrer Sammlung, zurückgegeben und später für 30 Millionen Euro versteigert. Noch in diesem Jahr restituierte auch das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld ein Werk an die Erben – der zweite derartige Fall in der Region 2024.

Das Gemälde verbleibt nun zwar in der Sammlung des Von-der-Heydt-Museums, jedoch auf Basis einer neuen Vereinbarung mit den Hess-Erben. Die Restitution ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen und Verhandlungen und trägt dazu bei, die Geschichte des Kunstwerks anzuerkennen. Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Rückgaben, die sich mit NS-Raubkunst in deutschen Kultureinrichtungen befassen.

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