Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastbetreuung
Edmund HeckerDeutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastbetreuung
Die Deutsche Bahn wird ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen schließen. Der Schritt folgt einer Entscheidung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), den Verkauf von Nahverkehrstickets an den französischen Mobilitätsdienstleister Transdev zu übertragen. Kritiker bemängeln, dass von den Schließungen vor allem verletzliche Fahrgastgruppen betroffen sein werden.
Durch den Vertragsverlust an Transdev sind die Einnahmen der Reisezentren der Deutschen Bahn gesunken. Daraufhin bestätigte das Unternehmen die Schließungen in Wuppertal und Solingen. An großen Knotenpunkten (Hauptbahnhöfen) sind jedoch keine Schließungen geplant – hier stehen vielmehr Modernisierungen an: Für 2026 sind Umbauten in Mannheim, Dresden und Göttingen vorgesehen, nach jüngsten Aufwertungen etwa in Köln.
Politiker und Fahrgäste lehnen die Entscheidung vehement ab. Die SPD-Abgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas warnen, dass vor allem ältere Menschen, Touristen und Personen, die nicht selbstständig Erstattungen beantragen oder Buchungen vornehmen können, unter den Schließungen leiden werden. Viele sind nach wie vor auf persönliche Beratung angewiesen – etwa bei Stornierungen oder kurzfristigen Änderungen, insbesondere bei Zugausfällen oder Verspätungen.
Engin betonte, wie wichtig geschultes Personal für die Bewältigung komplexer Reiseprobleme sei. Bialas fügte hinzu, dass digitale Alternativen diejenigen benachteiligten, die mit Technik nicht vertraut sind. Unterdessen verweigerte Dirk Pohlmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn in Düsseldorf, eine Stellungnahme zu Unterstützungsangeboten für betroffene Fahrgäste in den beiden Städten.
Die Schließungen bergen die Gefahr, dass wichtige Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen werden, und könnten das ohnehin angeschlagene Image der Deutschen Bahn in Zeiten von Serviceproblemen weiter beschädigen. Da keine unmittelbaren Alternativen angeboten werden, stehen Fahrgäste in Wuppertal und Solingen nun vor Unsicherheiten, wenn sie Hilfe benötigen. Zudem wirft die Entscheidung Fragen nach dem Zugang für diejenigen auf, die auf persönliche Beratung angewiesen sind.






