Bunte Leichenwagen erobern Europas Bestattungsbranche mit persönlichem Flair
Edmund HeckerBunte Leichenwagen erobern Europas Bestattungsbranche mit persönlichem Flair
Leichenwagen sind längst nicht mehr nur schwarz. In ganz Europa setzen Bestatter mittlerweile auf Farben wie Blau, Rot, Gold oder sogar Pastelltöne für ihre Fahrzeugflotten. Dieser Wandel spiegelt eine wachsende Akzeptanz für persönlichere und lebendigere Gestaltungsmöglichkeiten in der Branche wider.
Das Münchner Unternehmen Bestattung Himmelblau hat sich für Himmelblau entschieden. Rund 30 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark, darunter ein Peugeot Boxer, ein Mercedes-Benz Sprinter und ein Fiat 500, der für mobile Trauerberatung genutzt wird. Die Trauerhilfe Göck, gegründet von Tobias Göck, setzt auf verschiedene Blautöne – von Dunkel- bis Hellblau – und veredelt einige Modelle mit goldenen Akzenten. Zur Flotte gehören ein Mercedes E 280 CDI und ein Mercedes E 220 CDI 4Matic sowie Dienstwagen der Marken Škoda, VW und BMW.
In den Niederlanden bietet Vos Uitvaart eine Mischung aus klassischen und farbenfrohen Fahrzeugen an. Zur Auswahl stehen unter anderem ein weiß-blauer VW-Bus, ein grell lackierter Cadillac und sogar ein Fiat 500 als Leichenwagen. Noch weiter geht das britische Unternehmen Green's Carriage Masters, das regenbogenfarbene, leopardgemusterte oder pinke Bestattungsfahrzeuge anbietet. Der Uitvaart Store in Rotterdam fällt mit Cadillac-Modellen in Dunkelblau, Roségold oder Rot auf – neben vintage Optionen.
Auch Individualisierungen sind auf dem Vormarsch. Bestattungswagen Hentschke spezialisiert sich auf maßgeschneiderte Lackierungen, wobei Blau die beliebteste Wahl ist, gefolgt von Rot, Gold und Zweifarben-Designs. Kuhlmann Cars schätzt, dass mittlerweile fünf bis zehn Prozent der Bestattungsinstitute auf untypische Farben setzen – mit Rot, Blau und Gold als führende Trends.
Trotz aller gestalterischen Freiheit müssen Bestattungsfahrzeuge weiterhin strenge DIN-Normen erfüllen. Diese regeln Ausstattung, Hygiene, Bauweise und Ladungssicherung, etwa durch Trennwände, Geruchskontrolle und Innenmaße. Christian Jäger, Geschäftsführer des Nordrhein-Westfälischen Bestatterverbandes, betont, dass die Gesellschaft diesen farbenfrohen Alternativen zunehmend offen gegenübersteht.
Der Abschied vom klassischen schwarzen Leichenwagen ist deutlich spürbar. Immer mehr Bestatter entscheiden sich für auffällige oder persönliche Farbtöne – stets im Einklang mit den Branchenvorschriften. Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung, denn die Nachfrage nach einzigartigen und bedeutungsvollen Designs wächst weiter.






