Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultursymbole – doch die Behörden sind alarmiert
Lia RömerWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultursymbole – doch die Behörden sind alarmiert
Bayerische Städte tauschen klassische Ampelmännchen gegen regionale Kultursymbole aus
Mehrere bayerische Städte haben die herkömmlichen Fußgängerampeln durch lokale Kulturikonen ersetzt. Die verspielten Designs reichen von historischen Persönlichkeiten bis hin zu traditionellen kulinarischen Symbolen. Während die Bewohner die Veränderungen begeistert aufnehmen, zeigen sich Behörden besorgt – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch wegen rechtlicher Bedenken.
In Nürnberg leuchtet nun Albrecht Dürers "Feldhase" als Fußgängersignal und verweist damit auf das künstlerische Erbe der Stadt. München setzt auf drei Ampeln mit "Pumuckl", während Straubing "Bruder Straubinger" abbildet, eine beliebte lokale Figur. In Dachau tragen die Ampelmännchen traditionelle bayerische "Tracht" und unterstreichen so die regionale Identität.
Augsburgs "Kasperl"-Figur erscheint am roten Licht in der Nähe des Theaters und sorgt dafür, dass Fußgänger vor dem Überqueren der Straße anhalten. Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft – eine Anspielung auf ein bekanntes Gericht der Region. Hofs Vorschlag, einen "Wärschtlamo"-Wurstverkäufer darzustellen, wurde zunächst abgelehnt, doch inzwischen genehmigt; die Installation steht bevor.
Das bayerische Innenministerium steht den individuellen Ampeldesigns jedoch skeptisch gegenüber. Offizielle Argumentation: Standardisierte Symbole seien für Verkehrsteilnehmer klarer und sicherer. Dennoch behalten die Kommunen die Hoheit über die Gestaltung – vorausgesetzt, sie halten sich an regionale Vorgaben. Sollten Unfälle durch nicht konforme Schilder verursacht werden, haftet die jeweilige Kommune.
Bisher hat keine Stadt eine offizielle Genehmigung der Regierungsbezirke für die thematischen Ampeln erhalten. Da es jedoch keine expliziten Verbote gibt, hält der Trend an – getrieben von lokalem Stolz und öffentlicher Begeisterung.
Die kulturellen Ampeln bleiben bei den Bürgern beliebt, verbinden sie doch Humor mit städtischer Identität. Während die bayerische Landesregierung einheitliche Designs bevorzugt, setzen die Kommunen auf ihre eigenen kreative Lösungen. Vorerst bleiben die Signale bestehen – ihre langfristige Zukunft hängt jedoch von Sicherheitsprüfungen und rechtlicher Klarheit ab.






