21 March 2026, 08:21

ABC-Kurse in Solingen: Warum Sprachförderung für politische Zündstoff sorgt

Gruppe von Menschen auf einer Couch sitzend, einige halten Bücher und Stifte, mit 'International Education Week IEW 2016' Text in der Mitte, wirken in ein Gespräch vertieft.

ABC-Kurse in Solingen: Warum Sprachförderung für politische Zündstoff sorgt

Pläne für "ABC-Kurse" in Solingen sorgen für politische Kontroversen

Die Einführung sogenannter ABC-Klassen in Solingen hat unter lokalen Politikern eine Debatte ausgelöst. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Sprachförderung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf zu stärken. Doch sowohl CDU als auch Grüne melden Bedenken an, wie das Konzept in der Praxis umgesetzt werden soll.

Das neue Modell sieht vor, Kinder für gezielten Sprachunterricht aus ihren gewohnten Kita-Gruppen herauszunehmen. Maja Wehrmann von den Grünen warnt jedoch, dies könnte die Lernroutinen stören und die Gefahr bergen, junge Lernende zu stigmatisieren. Sie betont, das widerspreche dem Inklusionsgedanken, der Kinder in vertrauten Umgebungen belässt.

Simone Lammert (CDU) verweist auf ein weiteres Problem: die Gefahr, ein paralleles Fördersystem zu schaffen, statt bestehende Strukturen zu verbessern. Sie befürchtet, die ABC-Klassen könnten zu einer Art Schattenstruktur werden, anstatt die Kita-basierte Förderung zu stärken. Jessica Schliewe (Grüne) pflichtet ihr bei und unterstreicht, dass Spracherwerb am besten in vertrauten Beziehungen und im Kita-Alltag gelinge.

Lokale Politiker fordern eine bessere Abstimmung zwischen Land und Kommunen, bevor es weitergeht. Das Kommunale Integrationszentrum, ein zentraler Akteur, hinterfragt, wie das neue Modell mit den bestehenden Systemen harmonieren soll – was die Planung vor Ort erschwert. Währenddessen wird das ähnliche Hamburger Programm oft als Erfolgsmodell genannt, doch langfristige Daten zu Integration oder Stigmatisierung fehlen weitgehend.

Das Saarland plant 2026 ein vergleichbares System mit verpflichtender Sprachförderung auf Basis von Tests einzuführen. Doch auch hier – wie in Solingen – bleiben Fragen, wie sich die Neuerungen in den Kita-Alltag einfügen lassen.

Die Zukunft des Vorhabens ist ungewiss, da beide Parteien Nachbesserungen fordern. Zwar unterstützen sie das Ziel einer besseren Sprachförderung, bestehen aber darauf, dass diese in den Kita-Alltag der Kinder integriert werden muss. Ohne klarere Abstimmung und Nachweise über langfristige Vorteile steht der Plan vor erheblichen Hürden.

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