Zuckerrübenanbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegen sinkende Preise kämpfen
Aldo RömerZuckerrübenanbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegen sinkende Preise kämpfen
Deutscher Zuckerrübenanbau unter Druck: Fallende Preise, Krankheiten und Importkonkurrenz zwingen Landwirte zu neuen Lösungen
Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland leidet unter sinkenden Preisen, Krankheitsausbrüchen und wachsendem Wettbewerbsdruck durch Importe. Um ihre Erträge zu sichern, setzen Erzeuger zunehmend auf moderne Pflanzenschutzmittel. Ein Betriebsleiter hat nun ein innovatives Herbizid getestet, das hartnäckige Unkräuter bekämpfen und gleichzeitig die Produktion steigern könnte.
Die Anbauflächen sind stark geschrumpft – in einigen Regionen gingen seit 2023 bis zu 20 Prozent der Rübenfelder verloren. Trotz dieser Herausforderungen bleiben Landwirte wie Marius Feldmann dem Anbau treu und suchen nach neuen Wegen, um die Zuckerrübe wirtschaftlich tragfähig zu halten.
Zwischen 2023 und 2026 ist die deutsche Zuckerrübenproduktion um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen sind Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bayern. Zollfreie Zuckerimporte im Rahmen des Mercosur-Abkommens sowie schwache Marktpreise haben viele Bauern dazu veranlasst, ihre Anbauflächen zu reduzieren.
Wer weiterhin Rüben anbaut, sieht sich mit anhaltenden Bedrohungen konfrontiert: Resistente Hirsearten, Blattkrankheiten wie Cercospora sowie die durch die Zikade Hyalesthes obsoleta übertragene Rübenvergelbungsvirus-Krankheit (Rizomanie) dezimieren die Erträge. Bei schweren Befällen kann der Zuckerertrag um 40 bis 50 Prozent einbrechen – wirksame Gegenmaßnahmen sind daher unverzichtbar.
Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG hat Betriebsleiter Marius Feldmann kürzlich Rinpode erprobt, ein neues Herbizid gegen Hirseunkräuter. Mit einer Aufwandmenge von nur 2 Gramm pro Hektar in der zweiten Nachauflaufphase erwies es sich als einfach anwendbar und gut kombinierbar mit anderen Spritzmitteln. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es durch bessere Unkrautkontrolle bis zu einer Tonne mehr Zucker pro Hektar bringen könnte.
Neben Herbiziden setzt das SBR/Stolbur-Programm von Südzucker mittlerweile auf Kinsidro Grow , einen Biostimulator, der in der zweiten und dritten Nachauflaufphase ausgebracht wird. Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel haben in den vergangenen Jahren geholfen, doch die Landwirte betonen, wie dringend dauerhafte Lösungen benötigt werden. Angesichts immer resistenterer Schaderreger und Unkräuter bieten solche Innovationen eine Chance, die Produktion in einem schwierigen Marktumfeld zu stabilisieren.
Der Rückgang der Anbauflächen spiegelt die wirtschaftlichen und agronomischen Probleme der Branche wider. Dennoch geben Mittel wie Rinpode und Kinsidro Grow+ den Landwirten Werkzeuge an die Hand, um Erträge zu sichern und die Qualität zu halten. Kurzfristig helfen diese Maßnahmen, Verluste auszugleichen – langfristig hängt die Stabilität der Branche jedoch von einer Erholung der Märkte und einer nachhaltigen Krankheitsbekämpfung ab.