24 March 2026, 02:23

Willichs Moltkedorf-Projekt spaltet Anwohner: 150 Stimmen gegen 200 neue Wohnungen

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünzeug auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Willichs Moltkedorf-Projekt spaltet Anwohner: 150 Stimmen gegen 200 neue Wohnungen

Ein geplantes Wohnbauprojekt in Willich hat bei Anwohnern massiven Widerstand ausgelöst. Auf dem 2,9 Hektar großen Gelände des Moltkedorfs sollen 200 neue Wohnungen entstehen – doch über 150 Bürger haben eine gemeinsame Stellungnahme gegen die aktuellen Pläne unterzeichnet. Ihre Bedenken reichen von Verkehrs- und Infrastrukturproblemen über den Verlust von Grünflächen bis hin zur schieren Größe des Vorhabens.

Das ursprüngliche Konzept der Stadt für das Moltkedorf sieht 200 Wohneinheiten vor, darunter Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser in einer Hofanlage. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, während ein einseitiges Ringsystem alle Einheiten verbinden würde. Parkplätze, Garagen und sogar eine Tiefgarage sind in der Planung. Zudem sollen Rad- und Fußwege die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden. Das nahegelegene Flüchtlingsheim soll bis Ende des Jahres geschlossen werden.

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Die Anwohner kritisieren jedoch, dass der Plan zentrale Probleme ignoriert. Sie warnen vor steigendem Verkehrsaufkommen, Parkplatzmangel und möglichen Behinderungen für Rettungsfahrzeuge. Besonders in der Kritik stehen die geplanten viergeschossigen Gebäude, die direkt an Kleingärten grenzen. Viele fürchten, künftig aus ihren Gärten auf eine hohe Wohnblockwand zu blicken.

Auch ökologische Bedenken spielen eine große Rolle. Die Bürger betonen, dass Grünflächen für das Mikroklima, die Regenwasserspeicherung und die Artenvielfalt unverzichtbar sind. Sie sehen diese Flächen als essenziell für die Klimaanpassung – insbesondere bei Starkregen. Die von 156 Anwohnern unterzeichnete Stellungnahme (Stand März 2026) fordert eine drastische Verkleinerung des Projekts von 200 auf nur 50 Wohneinheiten. Zudem werden mehr bezahlbarer Wohnraum, der Erhalt von Grünflächen und bessere Verkehrslösungen verlangt.

Die Bürgerinitiative schlägt konkrete Alternativen vor: weniger Wohnungen, höhere Sozialstandards und stärkeren Umweltschutz. Mit bereits über 70 Unterschriften – und weiteren erwartet – spiegelt der Widerstand grundsätzliche Sorgen um Stadtplanung, Infrastruktur und Lebensqualität in Willich wider. Die Stadt steht nun unter Druck, die Pläne für das Moltkedorf angesichts der Kritik grundlegend zu überarbeiten.

Quelle