Verfallender Polizeistandort in Wuppertal: Sanierung scheitert an Kostenstreit und Bürokratie
Aldo RömerVerfallender Polizeistandort in Wuppertal: Sanierung scheitert an Kostenstreit und Bürokratie
Polizeistandort in Wuppertal verkommt – Streit um Sanierungskosten verzögert dringende Reparaturen
Trotz jahrelanger Beschwerden und provisorischer Instandsetzungen befindet sich ein wichtiger Polizeistandort in Wuppertal in desolatem Zustand. Beamte kämpfen seit Langem mit Wasserschäden, Schimmelbefall, Schädlingsplagen und defekten Abwassersystemen. Nun sorgt ein finanzieller Streit dafür, dass dringend notwendige Sanierungsarbeiten weiter aufgeschoben werden.
In dem Gebäude an der Müngstener Straße sind zentrale Einheiten untergebracht, darunter die Taucherstaffel, die Diensthundeführer, Kräfte der schnellen Einsatzgruppe und die Waffenverwaltung. Seit Jahren berichten Mitarbeiter von sich verschlechternden Bedingungen – von undichten Duschen bis hin zu baulicher Substanzgefährdung. Provisorische Lösungen konnten die langfristigen Probleme kaum lindern.
Die Wuppertaler Polizeiführung weigert sich, höhere Mieten zu zahlen, solange keine Sanierungen erfolgen, und liegt damit im Clinchen mit dem Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement. Die aktuelle Jahresmiete liegt bei rund vier Millionen Euro, doch nach einer Modernisierung könnte allein die Kaltmiete auf 30 Millionen Euro steigen.
Obwohl Innenminister Herbert Reul ab kommendem Jahr 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur bereitstellt, wird Wuppertal davon erst 2030 profitieren. Die Verhandlungen zwischen den Ministerien zur Finalisierung der Sanierungspläne ziehen sich weiterhin hin. Unterdessen hat der Finanzminister grünes Licht für die Aufnahme von 450 Millionen Euro erhalten – ein Schritt, den Kritiker, darunter der Bund der Steuerzahler, als Schuldenverschleierung brandmarken.
Für die Wuppertaler Polizei bringt das neu bewilligte Budget keine unmittelbare Entlastung. Ohne schnelles Handeln wird der Verfall des Standorts anhalten und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen. Der Streit um Miet- und Sanierungskosten bleibt vorerst ungelöst.






