Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform bis 2035
Solinger Kirchenkreis plant tiefgreifende Umstrukturierung seiner Immobilien
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen steht vor weitreichenden Veränderungen bei seinen Gebäuden. Rückläufige Mitgliederzahlen und schrumpfende Finanzmittel zwingen die Verantwortlichen dazu, die Nutzung ihrer Liegenschaften grundlegend zu überdenken. Eine neue Strategie teilt nun Kirchen und Gemeindezentren in drei klare Kategorien ein.
Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis damit, nur noch mit der Hälfte des aktuellen Haushalts auskommen zu müssen. Dieser finanzielle Druck hat die Führungsebene zu schwierigen Entscheidungen genötigt: Welche Gebäude sollen erhalten bleiben, welche umgenutzt oder geschlossen werden?
Eine siebenköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung von Hartmut Hoferichter hat ein nachhaltiges Gebäudekonzept erarbeitet, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Ihre Vorschläge unterteilen die Immobilien in drei Gruppen: solche, die langfristig erhalten werden sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.
Auf der 'Positivliste' für den langfristigen Erhalt stehen die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath sowie drei Gemeindezentren. Diese Gebäude bleiben laut Plan in aktiver Nutzung.
Fünf Standorte – die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – wurden als nicht mehr langfristig nutzbar für die Kirche eingestuft. Die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg, das Gemeindehaus Corinthstraße und die Stadtkirche Mitte hingegen bedürfen noch einer vertieften Bewertung, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Zudem strebt der Kirchenkreis an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben. Dies erfordert erhebliche Investitionen in Sanierungen, wobei bisherige Daten zu barrierefreiem Zugang und Klimamaßnahmen noch lückenhaft sind.
Eine Sondersynode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept im Detail beraten. Spätestens bis Ende 2027 müssen die finalen Beschlüsse gefasst sein. Die Veränderungen markieren einen tiefen Einschnitt – sowohl in der Arbeitsweise der Kirche als auch in der emotionalen Bindung der Gemeinde.
Die Pläne spiegeln eine harte Realität wider: Weniger Mitglieder und weniger Geld bedeuten, dass weniger Gebäude offen gehalten werden können. Der Fokus liegt nun auf Nachhaltigkeit – finanziell wie ökologisch. Die kommenden zwei Jahre werden entscheiden, welche Kirchen künftig das Zentrum des religiösen Lebens in Solingen bilden.
Sondersynode bestätigt für den 14. März: wichtiger nächster Schritt bei der Umstrukturierung der Solinger Kirche
Die Sondersynode am 14. März 2026 wurde als nächster kritischer Meilenstein in der Bauplanung des Solinger Kirchenkreises bestätigt. Auf dieser Versammlung wird der vorgeschlagene Bauplan überprüft, wobei finale Entscheidungen über Schließungen und Umnutzungen bis 2027 erwartet werden. Die Synode folgt auf frühere öffentliche Bedenken bezüglich der ungewissen Zukunft der Lutherkirche, betont jedoch, dass wichtige Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen dort weiterhin stattfinden werden.