22 March 2026, 10:22

RWE plant 40-jährige Flutung des Hambacher Lochs – doch Genehmigungen fehlen noch

Detailiertes altes Kartenbild des Rheins in Deutschland mit Text oben und unten, das Flüsse, Städte und geografische Merkmale zeigt.

RWE plant 40-jährige Flutung des Hambacher Lochs – doch Genehmigungen fehlen noch

RWE hat mit den Vorbereitungen begonnen, das Braunkohletagebaugebiet Hambach ab 2030 mit Rheinwasser zu fluten. Das Vorhaben umfasst den Bau einer 45 Kilometer langen Pipeline, um das Wasser zu transportieren – doch die entscheidenden Genehmigungen für die Einleitung in die Grube stehen noch aus. Umweltverbände und Kritiker haben bereits Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und der langfristigen Folgen geäußert.

Im Rahmen des Projekts soll eine riesige Pipeline entstehen, bestehend aus zehntausend Rohren mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern. Diese Infrastruktur wird Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten, wo die Flutung 2030 beginnen soll. Es folgt 2036 der Tagebau Garzweiler, während die kleinere Grube Inden ab demselben Jahr Wasser aus der Rur erhalten wird.

Die Befüllung dieser Seen wird voraussichtlich 40 Jahre dauern. Selbst danach wird über Jahrzehnte hinweg ein kontinuierlicher Zufluss von Rheinwasser nötig sein, um sie zu erhalten. Unterdessen hat Microsoft mit dem Bau eines Hyperscale-Rechenzentrums in der Region begonnen, das große Mengen Wasser zur Kühlung benötigen wird – was die Sorgen vor lokaler Wasserknappheit verstärkt.

Kritiker wie Andreas Büttgen sehen in RWE-Plänen eine Unternehmensstrategie mit Risiken. Er warnt, das Unternehmen könnte sich vollständig aus dem Prozess zurückziehen. Umweltorganisationen wie der BUND und Alle Dörfer bleiben haben ebenfalls Bedenken geäußert, insbesondere zur Qualität des Rheinwassers und möglichen Grundwasserkontaminationen.

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Die regulatorischen Schritte laufen noch. Zwar wurden Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Pipelinebau erteilt, doch die Erlaubnis zur Einleitung in Hambach steht weiterhin aus. Die Hauptgenehmigung für die Pipeline erteilte die Bezirksregierung Arnsberg im Januar 2026, doch das Verfahren für die Einleitgenehmigung beginnt erst im Herbst 2026.

Bei erfolgreicher Umsetzung verspricht das Projekt neue Seen, Lebensräume und wirtschaftliche Vorteile – etwa durch Tourismus und Arbeitsplätze in der Region.

Der Plan zur Flutung des Tagebaus Hambach schreitet mit Baugenehmigungen voran, doch die Einleitgenehmigung steht noch aus. Umwelt- und Wasserversorgungsbedenken bleiben bestehen, besonders angesichts des zusätzlichen Bedarfs durch Microsofts Rechenzentrum. Der langfristige Erfolg des Projekts hängt von regulatorischen Entscheidungen und der weiteren Beteiligung RWEs ab.

Quelle