11 April 2026, 02:21

Rückgang bei Lehrlingsverträgen: Mittlerer Niederrhein kämpft um Nachwuchs

Gruppe von Männern in blauen Hemden und gelben Helmen bei der Arbeit an einer Maschine, wobei einer einen Schlauch hält und Wasser auf den Boden sprüht.

Rückgang bei Lehrlingsverträgen: Mittlerer Niederrhein kämpft um Nachwuchs

Lehrlingsverträge im Mittleren Niederrhein gehen zurück

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Im laufenden Jahr ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Region Mittlerer Niederrhein gesunken. Bis Ende Oktober wurden nur noch 3.538 neue Verträge unterzeichnet – ein Rückgang von 6,48 Prozent im Vergleich zu 2023. Fachleute warnen, dass strukturelle Veränderungen im Bildungssystem und sich wandelnde Bewerbertrends es für Unternehmen zunehmend schwieriger machen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

In Krefeld fiel der Rückgang mit einem Minus von 0,52 Prozent auf 964 neue Verträge noch moderat aus. Im benachbarten Kreis Viersen war der Einbruch jedoch deutlicher: Hier gingen die Neuabschlüsse um 11,94 Prozent auf nur noch 612 zurück. Besonders gefragt waren Ausbildungsberufe wie Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für chemische Produktion und Verkäufer im Einzelhandel.

Hasan Klauser, Leiter der Krefelder Agentur für Arbeit, betonte, dass der Ausbildungsmarkt weiterhin bewerberfreundlich sei. Es gebe mehr Ausbildungsstellen als junge Menschen, die sich darauf bewerben. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, ergänzte, dass Unternehmen, die auf Abiturienten als Auszubildende setzen, künftig vor noch größeren Herausforderungen stehen werden.

Ein Grund für die Entwicklung liegt in der Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9). Dadurch wird es 2026 keinen Abiturjahrgang geben, der in den Arbeitsmarkt eintritt – eine Lücke bei den qualifizierten Bewerbern entsteht. Um gegenzusteuern, werben die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für die duale Ausbildung als attraktive Karriereoption.

Betriebe setzen weiterhin auf die eigene Nachwuchsförderung, um Fachkräfte auszubilden. Doch mit sinkenden Bewerberzahlen und den anstehenden bildungspolitischen Veränderungen wird es immer schwieriger, die freien Stellen zu besetzen. Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen spiegelt damit übergeordnete Probleme auf dem Arbeitsmarkt wider. Unternehmen müssen sich auf einen schrumpfenden Pool an Schulabgängern einstellen – insbesondere an solchen mit Abitur. Ohne Gegenmaßnahmen droht sich die Kluft zwischen angebotenen Ausbildungsplätzen und Bewerbern in den kommenden Jahren weiter zu vergrößern.

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