07 May 2026, 10:21

Rettungskräfte fordern dringend neues Breitband-Funknetz für Krisenfälle

Feuerwehrleute in Schutzausrüstung arbeiten an einem Feuerhydranten mit Rohren und Ventilen im Hintergrund.

Rettungskräfte fordern dringend neues Breitband-Funknetz für Krisenfälle

Rettungskräfte in Deutschland drängen auf neues Breitband-Funknetz

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Die deutschen Rettungsdienste setzen sich für ein neues Breitband-Kommunikationssystem ein, das das aktuelle Digitalfunknetz ersetzen soll. Dieser Appell erfolgte während der Veranstaltung Blaulicht-Tag in Essen, wo Fachleute über die Zukunft der Kommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten diskutierten. Vertreter betonten, dass die bestehende Technologie den modernen Anforderungen an Echtzeitdaten und Zuverlässigkeit in Krisensituationen nicht mehr gerecht wird.

Das derzeitige Digitalfunknetz BOS, das auf dem europäischen TETRA-Standard basiert, bewältigt zwar Sprachübertragungen und Kurznachrichten zuverlässig. Doch für erweiterte Funktionen wie Live-Videoübertragungen, Telemedizin oder Echtzeit-Kartierung – heute unverzichtbare Werkzeuge – fehlt die Kapazität. Auf der Veranstaltung wurden diese Defizite in Demonstrationen deutlich, während gleichzeitig zukünftige Lösungen wie integrierte Lagekarten für Einsatzkräfte präsentiert wurden.

Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister machte klar, dass Breitbandkommunikation keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit sei. Sie warnte, dass die Rettungskräfte ohne dedizierte UHF-Frequenzen (470–694 MHz) in Katastrophenfällen die Kontrolle über ihre eigene Kommunikation verlieren könnten. Ihre Bedenken teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, der gemeinsam mit Vertretern aus Bund und Ländern anwesend war.

Die Dringlichkeit des Themas unterstrich ein kürzlich erlebter Stromausfall in Berlin. Als im vergangenen September die Mobilfunknetze zusammenbrachen, blieb der Digitalfunk BOS funktionsfähig und bewies damit seine Robustheit. Dennoch genügt selbst dieses System den heutigen Anforderungen nicht mehr. Das Innenministerium des Landes, zuständig über die Abteilung 402, verwaltet zwar das bestehende Netz, setzt sich nun aber für eine autonome, krisensichere Breitband-Alternative ein.

Fachleute auf der Veranstaltung waren sich einig: Ein eigenständiges Netz, unabhängig von der öffentlichen Infrastruktur, sei entscheidend. Ein solches System würde sicherstellen, dass Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter auch bei Ausfall ziviler Netze Daten in Echtzeit austauschen können.

Die Diskussionen beim Blaulicht-Tag markieren einen Wendepunkt für die Notfallkommunikation in Deutschland. Ohne neue Frequenzen und Breitbandfähigkeiten könnten die Einsatzkräfte bei großflächigen Krisen vor erhebliche Koordinationsprobleme gestellt werden. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, die notwendige technische und politische Unterstützung zu mobilisieren, um ein Netz aufzubauen, das den Anforderungen moderner Notfälle gerecht wird.

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