RAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede zwischen Abriss und Widerstand
Edmund HeckerRAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede zwischen Abriss und Widerstand
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel
Das historische Areal, das einst als Reichsbahn-Werkstatt diente, beherbergt heute Clubs, Konzertlocations und kulturelle Räume. Doch ein Streit zwischen dem privaten Eigentümer und den lokalen Behörden gefährdet nun seinen Fortbestand.
Auf dem RAW-Gelände gibt es derzeit einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen und Märkte. Zudem sind dort der Club Cassiopeia und andere Kulturstätten untergebracht. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und ob die historischen Hallen erhalten bleiben.
Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe, die Eigentümerin des Geländes, eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsbauvorhaben. Der Senat und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg warfen dem Unternehmen vor, die Clubs und die vielfältige soziokulturelle Szene des Viertels zu gefährden. Bis Mitte Mai legten die Behörden einen Rahmenvertrag vor – doch die Kurth-Gruppe lehnte ab.
Der Eigentümer wirft Berlin vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben. Unterdessen erhielten einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, Kündigungen. Der Club könnte bereits nächste Woche geräumt werden. Dutzende Unterstützer demonstrierten kürzlich auf dem Kurfürstendamm mit dem Ruf: „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben!“
Der Machtkampf zwischen der Kurth-Gruppe und den Berliner Behörden geht weiter. Die Mieter auf dem RAW-Gelände könnten bald ihre Räume verlieren. Die Entscheidung wird zeigen, ob das kulturelle Zentrum überlebt – oder neuen Wohnungen weichen muss.
