Pharmakonzern feiert Studienerfolg mit Kerendia – trotz Milliardenverlusten und Klagen
Aldo RömerPharmakonzern feiert Studienerfolg mit Kerendia – trotz Milliardenverlusten und Klagen
Ein großer Pharmakonzern verzeichnete einen Kursanstieg seiner Aktien nach positiven Ergebnissen einer klinischen Studie für ein wichtiges Medikament. Der Aktienkurs stieg um 4,71 % auf 40,25 Euro und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Dies geschieht trotz anhaltender finanzieller Herausforderungen, darunter ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und Schulden in Höhe von 30 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2025.
Das Präparat Kerendia (Finerenon) des Unternehmens erreichte in einer Studie zur nicht-diabetischen chronischen Nierenerkrankung (CKD) sein primäres Ziel, was eine mögliche Erweiterung seines Marktpotenzials bedeutet. Gleichzeitig bleibt der rechtliche Druck durch Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup bestehen – eine Entscheidung des US-amerikanischen Supreme Court zu Warnhinweisen steht für Mitte 2026 an.
Die Pharmasparte des Konzerns zeigt sich trotz rechtlicher und finanzieller Belastungen widerstandsfähig. Eine globale Studie zu Kerendia wirbt derzeit 11.000 Patienten in 450 Kliniken across 18 Ländern an, darunter 50 Standorte in Deutschland. Die mit 8 Millionen Euro von der Universität Oxford finanzierte Untersuchung konzentriert sich auf CKD-Patienten mit und ohne Diabetes Typ 2. Bisher ist das Medikament nur für Diabetiker zugelassen, doch der Nephrologe Christoph Wanner erwartet für das kommende Jahr eine Zulassung auch für nicht-diabetische CKD-Patienten.
Das Unternehmen plant, bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einen Antrag auf erweiterte Anwendung von Kerendia einzureichen. Bei Erfolg könnte dies die Strategie stärken, innerhalb eines Jahrzehnts zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen. Investoren beobachten zudem zwei entscheidende rechtliche Entwicklungen in den USA: eine Anhörung des Supreme Court zu Roundup-Warnhinweisen (für den 1. April 2026 angesetzt) sowie ein Urteil, das bis Mitte Juni 2026 erwartet wird.
Am selben Tag wie die Supreme-Court-Anhörung findet die Hauptversammlung des Konzerns statt. Die Aktionäre werden über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen. Der Zeitpunkt fällt mit größeren Investorensorgen zusammen, insbesondere hinsichtlich des Schutzes der Glyphosat-Lieferkette und der anhaltenden Klagarisiken.
Der Kursgewinn der Aktie spiegelt das Vertrauen in den Studierfolg von Kerendia und dessen zukünftiges Marktpotenzial wider. Dennoch bleiben finanzielle und rechtliche Hürden bestehen, insbesondere die anstehende Supreme-Court-Entscheidung zu den Roundup-Etiketten. Wie sich diese Faktoren entwickeln, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob dem Unternehmen der Weg zu neuen Medikamenten und operativer Stabilität gelingt.