07 May 2026, 04:20

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Gefahren

Polizeibeamte in Uniform stehen hinter Barrieren und blicken auf eine Menge, von der einige Kapuzen tragen und Waffen halten, während sie einen Anti-Terror-Einsatz in Wien, Österreich, durchführen.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Gefahren

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit neuem OSINT-Programm aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat ihre digitalen Fähigkeiten mit einer neuen Initiative im Bereich Open Source Intelligence (OSINT) deutlich erweitert. Das Programm schult Beamte darin, öffentlich zugängliche Daten – insbesondere aus sozialen Medien – zu sammeln und auszuwerten. Dazu gehören neue Personalstellen, spezialisierte Einheiten und KI-gestützte Arbeitsplätze, um Online-Ermittlungen zu optimieren.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Aktivitäten massiv ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Die unter der Leitung von Fabian Coenen stehende Einheit konzentriert sich auf politisch motivierte Kriminalität und bietet bei dringenden Sicherheitslagen schnelle Unterstützung auf Bundesebene.

Das im September 2024 gestartete Projekt «Digitale Streife» stellte zehn neue Beamte beim LKA ein und band fast 100 weitere in sechs regionalen Behörden ein. Diese Teams überwachen Online-Bedrohungen und führen verdeckte virtuelle Ermittlungen durch. Die Ausbildung leitet Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsausbilder am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss.

Restemeyer und sein Team entwickelten ein webbasiertes Schulungsprogramm, um OSINT-Kenntnisse zu standardisieren. Der gesamte Lehrgang läuft auf den Dienstcomputern der Beamten und nutzt bestehende Hardware und Software. Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter – ob Neueinsteiger oder erfahrene Ermittler – ein einheitliches digitales Kompetenzniveau erreichen.

Durch den Ausbau kann die Polizei Bedrohungen in Echtzeit besser nachverfolgen, indem sie offen zugängliche Daten analysiert. Mit mehr geschultem Personal und KI-gestützten Werkzeugen will die Behörde schneller auf politisch brisante Vorfälle reagieren. Die Initiative spiegelt einen größeren Trend hin zur digitalen Polizeiarbeit in Deutschland wider.

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