31 March 2026, 12:32

NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor Personalnot und Kostenexplosion

Plakat mit einer USA-Karte und Text zum Kinderschutz, mit Abbildungen von Ausschussmitgliedern.

NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor Personalnot und Kostenexplosion

Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Mehr als 150 Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen – darunter in Lennestadt, dem Ruhrgebiet sowie Großstädten wie Köln und Düsseldorf – haben in den vergangenen Wochen gegen die geplanten Reformen des KiBiz demonstriert. Eltern, Erzieher:innen und Kinder versammelten sich unter dem Motto "Wir sind sprachlos", um auf Personalmangel und steigende Kosten aufmerksam zu machen.

Die Landesregierung hatte die KiBiz-Reform im Januar auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, die frühe Kindheitsbildung zu stärken und Familien mehr Planbarkeit zu bieten. Die Behörden versprachen zusätzliche 50 Millionen Euro jährlich für Personal sowie 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr. Kritiker:innen halten die Mittel jedoch für unzureichend, da sie die Inflation nicht ausgleichen – viele Einrichtungen kämpfen mit explodierenden Energiekosten und einem eklatanten Fachkräftemangel.

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Vanessa Frankenthal, Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Josef in Saalhausen, warnte, dass die Bedürfnisse der Kinder bereits jetzt wegen Unterbesetzung nicht ausreichend erfüllt würden. Zudem lehnen die Protestierenden das geplante "Kern- und Randzeiten"-Modell ab, das sie als Qualitätsverschlechterung in der Betreuung befürchten. Die von dem Trägerverband WIR-KITAs organisierten Demonstrationen begannen in Lennestadt und sollen in den kommenden Wochen auf weitere Standorte übergreifen.

Falls die Reformen verabschiedet werden, treten sie 2025 in Kraft. Die Landesregierung betont, die Änderungen würden die frühkindliche Bildung stärken und für mehr Stabilität sorgen – doch viele Träger bleiben skeptisch.

Die Proteste spiegeln tiefe Sorgen über Finanzierungslücken und Personalengpässe im nordrhein-westfälischen Kita-System wider. Mit der für 2025 geplanten Umsetzung der Reformen wehren sich Einrichtungen und Familien weiterhin gegen das, was sie als unzureichende Unterstützung wahrnehmen. Die Entscheidung wird die Kinderbetreuung für Tausende im Land prägen.

Quelle