Neuer Tarifvertrag verbessert Arbeitsbedingungen im NRW-ÖPNV bis 2028
Walburga HornigNeuer Tarifvertrag verbessert Arbeitsbedingungen im NRW-ÖPNV bis 2028
Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen erhalten bessere Arbeitsbedingungen durch neuen Tarifvertrag
Im März 2026 einigten sich die Sozialpartner auf ein Abkommen, das die Arbeitsbedingungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen verbessert. Die wöchentliche Arbeitszeit wird schrittweise reduziert, während die Bezahlung gleich bleibt. Für die Verkehrsunternehmen dürften die Änderungen jedoch in den kommenden Jahren zu höheren Kosten führen.
Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW (KAV NRW) wurden am 26. März 2026 abgeschlossen. Der Tarifvertrag sieht eine stufenweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit vor – von 39 auf 38,5 Stunden bis Juli 2027 und weiter auf 38 Stunden bis Juli 2028 –, ohne dass die Löhne gekürzt werden. Zudem steigt der Sonntagszuschlag von 25 auf 30 Prozent, und die Ruhezeiten zwischen den Schichten verlängern sich von zehn auf elf Stunden. Auch Leiharbeitnehmer erhalten künftig besseren Schutz.
Die Gespräche standen im Zeichen von Warnstreiks und Personalmangel. Arbeitgeber warnten vor finanziellen Belastungen, da weniger Arbeitsstunden bei gleichem Output möglicherweise zu mehr Einstellungen führen – was die Personalkosten in die Höhe treibt. Höhere Zuschläge und längere Ruhephasen werden die Ausgaben zusätzlich erhöhen.
Ungeklärt bleibt jedoch die Frage der Finanzierung. Den Behörden stehen drei Optionen offen: höhere öffentliche Zuschüsse, Unterstützung durch Bund oder Land oder eine Anhebung der Ticketpreise. Eine sofortige Preiserhöhung gilt als unwahrscheinlich, langfristig könnten Anpassungen aber notwendig werden.
Ziel der Vereinbarung ist es, Jobs im ÖPNV attraktiver zu gestalten und so die Personalgewinnung zu erleichtern. Ohne zusätzliche Mittel könnten die Verkehrsbetriebe jedoch unter wachsendem Kostendruck geraten. Für Fahrgäste könnte dies langfristig Änderungen bei den Tarifen bedeuten.






