Kulturschaffende kämpfen um drei Prozent des Berliner Haushalts für die Kunst
Edmund HeckerKulturschaffende kämpfen um drei Prozent des Berliner Haushalts für die Kunst
„Berlin ist Kultur“-Initiative bringt Kulturförderung als Wahlkampfthema nach vorn
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Kampagne gestartet, um die Förderung von Kunst und Kultur zu einem zentralen Thema der anstehenden Berliner Wahlen zu machen. Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet, in der sie fordern, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Mit Plakaten und öffentlichen Aktionen will die Gruppe Druck auf die Kandidat:innen ausüben, sich stärker für die Künste einzusetzen.
Den Auftakt bildete eine Veranstaltung, an der die Politiker:innen Katharina Marg, Ronja Losert und Bertram von Boxberg teilnahmen. Die Organisator:innen haben sogenannte „Wahl-Lackmustests“ für die Bewerber:innen entwickelt – darunter Fragen zur Unterstützung von Kunstbildung und Förderprogrammen.
Der künstlerische Leiter des Berliner Ensembles, Oliver Reese, kritisierte die jüngsten Kürzungen als kurzsichtig. Besonders bedrohlich sei die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund finanzieller Engpässe. Reese berichtete zudem von einer prägenden persönlichen Erfahrung: Mit 14 Jahren habe ihn in Paderborn die transformative Kraft des Theaters erreicht.
Gabi Dan Droste, Leiter:in des FELD Theaters, verglich die Finanzkrise im Kulturbereich mit dem Mythos von Ikarus und warnte vor den Folgen von Vernachlässigung. Unterdessen betonte Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, dass Änderungen in der Förderung zum Abbau des Theaters führen könnten.
In den kommenden Wochen will die Initiative Berlin mit Plakaten fluten, die unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur für mehr Engagement werben. Im Mittelpunkt stehen die Forderungen nach stabiler Finanzierung und der Verhinderung weiterer Schließungen. Ziel der Kampagne ist es, Kultur als Priorität in der Politik der nächsten Regierung zu verankern.






