13 June 2026, 12:15

Kulturminister Weimer in der Kritik: Alte Gedichte und neue Skandale

"Pilzdeckel" für alle

Kulturminister Weimer in der Kritik: Alte Gedichte und neue Skandale

Die Aktivistin Martha Root hat Kulturminister Wolfram Weimer mit der Veröffentlichung seines frühen Gedichtbands Kopfpilz ins Visier genommen. Sie stellte eine digitalisierte Version auf Archive.org ein und übergab ein physisches Exemplar der Deutschen Nationalbibliothek. Damit rückt Weimers frühes Werk und seine heutige Regierungsrolle erneut in den Fokus der Kritik.

Kopfpilz hatte Weimer 1986 im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag herausgegeben. Die Sammlung enthält Gedichte, die Root als plump, geschmacklos und teilweise als verherrlichend für eine „Vergewaltigungskultur“ bezeichnet. Besonders die Titel Vorfreude und Unglück stehen in der Kritik.

Root argumentiert, dass Weimers kulturelle Maßstäbe an seinen eigenen Texten gemessen werden müssten. Um Mittel für die Initiative Lesen Hilft zu sammeln, plant sie, ein physisches Exemplar des Buchs zu versteigern. Ihr Engagement beschränkt sich nicht auf diese Kampagne: Erst im Dezember hatte sie die rechtsextreme Dating-Plattform White Date unterwandert.

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Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Weimers Ministerium bereits unter Druck steht. Im März waren drei linke Buchhandlungen von einer Preisverleihung ausgeschlossen worden – offiziell wegen „verfassungsschutzrelevanter Bedenken“. Zudem gibt es Berichte über Absprachen zwischen seinem Ministerium und einem Unternehmen, das mittlerweile von seiner Ehefrau geleitet wird und kritische Medienberichterstattung steuern soll.

Die digitalisierte Gedichtsammlung ist nun frei online abrufbar. Roots Aktion lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Weimers Vergangenheit und die Entscheidungen seines Ministeriums. Die Versteigerung des Buchs soll nicht nur die Leseförderung unterstützen, sondern auch die Debatte am Leben halten.

Quelle