Kühlturm-Sprengung in Gelsenkirchen markiert Ende der Kohleära am Kraftwerk Scholven
Edmund HeckerKühlturm-Sprengung in Gelsenkirchen markiert Ende der Kohleära am Kraftwerk Scholven
Ein Meilenstein bei der Umgestaltung des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen
Am 6. September 2025 erfolgte ein entscheidender Schritt bei der Transformation des Gelsenkirchener Kraftwerks Scholven: Der Energiekonzern Uniper sprengte einen 11.000 Tonnen schweren Kühlturm in einer kontrollierten Detonation – ein symbolträchtiger Akt für den Ausstieg des Standorts aus der Kohleverstromung. Die Aktion ist Teil eines umfassenden Modernisierungsplans, der die Anlage zukunftsfähig machen und die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren soll.
Die Abrissarbeiten hatten bereits im April 2024 begonnen, als zunächst der Kohleblock des Kraftwerks Scholven stillgelegt wurde. Für die Sprengung des Turms reichen 60 Kilogramm Sprengstoff, um die Konstruktion innerhalb weniger Sekunden zum Einsturz zu bringen. Verantwortlich für die präzise und sichere Durchführung zeichnete Ulrike Matthes, Sprengmeisterin der Thüringer Sprengmittel GmbH, die den Ablauf fachkundig überwachte.
Aus Sicherheitsgründen wurde eine 300 Meter große Sperrzone um das Gelände eingerichtet, doch eine Evakuierung der Anwohner war nicht erforderlich. Der eingestürzte Turm hinterließ etwa 11.000 Tonnen Betonschutt, die Uniper vor Ort wiederverwerten wird. Das Material soll zur Verfüllung der durch die Abrissarbeiten entstandenen Baugruben genutzt werden – eine Maßnahme, die Abfall vermeidet und gleichzeitig die Grundlage für künftige Bauvorhaben schafft.
Die weiteren Arbeiten schreiten zügig voran: Noch 2025 sollen das Kesselhaus F und die REA-Anlage abgerissen werden, weitere Gebäude folgen 2026. Auf dem frei werdenden Gelände entsteht langfristig ein wasserstofftaugliches Gaskraftwerk – ein zentraler Baustein in Unipers Strategie für Dekarbonisierung und langfristige Energiesicherheit.
Die Sprengung des Kühlturms markiert einen sichtbaren Wendepunkt in der Entwicklung des Standorts Scholven. Durch die Wiederverwertung von Materialien und den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur gestaltet Uniper die Zukunft des Kraftwerks neu. Das Projekt steht exemplarisch für den Spagat zwischen industriellem Erbe und nachhaltigen Energielösungen – eine Herausforderung, der sich die Branche zunehmend stellen muss.






