Kleinbauern fordern mehr Klimagerechtigkeit – doch nur 0,36 % der Gelder kommen an
Edmund HeckerKleinbauern fordern mehr Klimagerechtigkeit – doch nur 0,36 % der Gelder kommen an
Bäuerliche Vertreter aus ganz Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifikraum trafen sich in Bonn zu den Tagungen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention. Als Stimme von 95 Millionen Kleinbauern unterstrichen sie die zentrale Rolle von Familienbetrieben für die globale Nahrungsmittelproduktion und den Klimaschutz. Diese Bauern erzeugen mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien und sichern ländliche Existenzgrundlagen auf der ganzen Welt.
Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota berichteten über die wachsenden Herausforderungen, mit denen Kleinbauern konfrontiert sind. Sie verwiesen auf Klimafolgen, schwankende Produktionskosten und die destabilisierenden Auswirkungen von El Niño auf Niederschläge und Ernteerträge. Trotz ihrer Bedeutung erreicht nur ein winziger Bruchteil der Klimafinanzierung die Landwirte direkt – lediglich 0,36 % der Anpassungsgelder fließen an ihre Organisationen.
Die Vertreter betonten, dass Familienbetriebe aktive Partner bei Klimalösungen sind und nicht bloße Empfänger von Hilfsleistungen. Sie setzten sich für bäuerlich geführte Ansätze wie Agroökologie und naturverträgliche Landwirtschaft ein, um Widerstandsfähigkeit zu stärken und die biologische Vielfalt zu schützen. Das Bündnis Familienbetriebe für Klimaschutz schlug zudem einen neuen Fonds vor, der Gelder direkt an Bauernverbände lenken soll, um deren Anpassungsfähigkeit zu verbessern.
Die Unterstützung von Familienbetrieben kann die globale Nahrungsmittelversorgung sichern und widerstandsfähigere Landschaften schaffen. Der Appell für direkte Finanzierung und Anerkennung ihrer Rolle steht für einen Wandel hin zu nachhaltigeren und inklusiveren Klimaschutzmaßnahmen. Ihr Beitrag bleibt entscheidend – sowohl für die Ernährungssicherheit als auch für die ökologische Stabilität.
