Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch die Mitgliederzahlen schrumpfen weiter
Aldo RömerKirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch die Mitgliederzahlen schrumpfen weiter
Im Jahr 2025 sind in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten als in den Vorjahren. Offizielle Zahlen zeigen einen Rückgang der Austritte: 84.440 Personen verließen die Kirche, verglichen mit 86.946 im Jahr 2024. Dennoch schrumpft die Gesamtzahl der Mitglieder weiter, da Todesfälle und Austritte die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen übersteigen.
Die Zahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen ist von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen gesunken. Allein im Bistum Aachen verringerte sich die Mitgliederzahl 2024 um 4,4 Prozent auf 866.641. Zwar haben sich die Austritte verlangsamt, doch fehlen umfassende Langzeitdaten aus allen Diözesen, was eine Einschätzung übergreifender Trends erschwert.
Einige Bistümer melden jedoch positive Signale. Das Erzbistum Köln verzeichnete weniger Austritte bei gleichzeitig gestiegenen Erwachsenentaufen und höherer Messbesuchszahl. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als ermutigend und verwies auf ein erneuertes Engagement unter einigen Gläubigen.
Doch nicht alle Beobachter teilen diesen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Fortschritte als bloße "Kosmetik". Er warnte, dass tiefgreifende Probleme bestehen blieben und das wachsende Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin Menschen vertreibe.
Insgesamt gingen die Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen 2025 zurück – sowohl bei Katholiken als auch bei Protestanten verließen 152.783 Personen die Kirchen. Da jedoch Todesfälle und Austritte die Zahl der Neumitglieder übersteigen, bleibt der Rückgang der Gesamtzahl unverändert.
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen steht vor einem gemischten Bild: Zwar haben sich die Austritte verlangsamt, doch schrumpft die Mitgliederzahl weiterhin, da mehr Menschen sterben oder austreten, als durch Taufen oder Neuaufnahmen hinzukommen. Beobachter sind uneins, ob die jüngsten positiven Entwicklungen auf einen nachhaltigen Wandel hindeuten oder nur eine vorübergehende Entspannung darstellen.