Junge Union attackiert Roth: Streit um Syrien-Rückkehrer spaltet die Regierungspolitik
Edmund HeckerJunge Union attackiert Roth: Streit um Syrien-Rückkehrer spaltet die Regierungspolitik
In der deutschen Regierungspartei haben sich die Spannungen über die außenpolitische Ausrichtung zugespitzt. Die Führung der Jungen Union (JU) hat Außenminister Michael Roth für widersprüchliche Aussagen zur Rückkehr von Geflüchteten nach Syrien scharf kritisiert. Mittlerweile erstrecken sich ihre Bedenken auch auf die Fähigkeit von Bundeskanzler Friedrich Merz, die diplomatische Strategie des Landes unter Kontrolle zu halten.
Ausgelöst wurde der Streit, als Roth infrage stellte, ob syrische Geflüchtete freiwillig in ihre Heimat zurückkehren würden – angesichts der schweren Zerstörungen in ihren Herkunftsregionen. Er beschrieb die Verhältnisse in einem besonders betroffenen Bezirk als unsicher, ließ dabei jedoch seine Haltung zu einer generellen Rückführung unklar.
Kevin Gniosdorz, Landesvorsitzender der JU in Nordrhein-Westfalen, warf Roth vor, es an einer klaren Regierungslinie fehlen zu lassen. Unpräzise Schilderungen lokaler Schäden könnten keine definierte Politik ersetzen, betonte er. Gniosdorz forderte das Kanzleramt auf, die Führung zu übernehmen, um für mehr Klarheit und Abstimmung zu sorgen.
Lukas Brandscheid, JU-Chef in Hessen, schloss sich dieser Kritik an. Er warf Roth vor, durch wiederholte Verwirrung Merz gezwungen zu haben, ihn mehrfach öffentlich korrigieren zu müssen. Brandscheids Vorwurf: Die Äußerungen des Ministers seien historisch unangemessen und leichtfertig – ohne Bewusstsein für die weiteren politischen Folgen.
Beide JU-Vertreter warnten, dass Merz' Versprechen einer geschlossenen Außenpolitik nun in Frage stehe. Strategische Entscheidungen müssten aus dem Kanzleramt kommen, um weitere Widersprüche zu vermeiden.
Die Kritik der Jungen Union spiegelt wachsende Frustration über Roths Umgang mit der Flüchtlingspolitik wider. Ihre Forderungen setzen Merz unter Druck, die außenpolitischen Entscheidungen stärker in der Kanzlei zu bündeln. Ohne eine engere Steuerung, so ihr Argument, drohe Deutschlands diplomatischer Kurs an Kohärenz und Glaubwürdigkeit zu verlieren.






