Janinhoff revolutioniert Ziegelproduktion mit grünem Wasserstoff in Münster
Walburga HornigJaninhoff revolutioniert Ziegelproduktion mit grünem Wasserstoff in Münster
Janinhoff GmbH & Co. KG: Münsters traditionsreicher Ziegelhersteller setzt auf grünen Wasserstoff
Die Janinhoff GmbH & Co. KG, ein seit langem etablierter Ziegelproduzent mit Sitz in Münster, vollzieht einen mutigen Wandel hin zu grünem Wasserstoff. Das Unternehmen will seine Emissionen drastisch senken, indem es in der Produktion Erdgas durch das klimaneutrale Gas ersetzt. Dieser Schritt markiert den ersten vollständigen Umstieg dieser Art in der deutschen Ziegelindustrie.
Das vor über einem Jahrhundert gegründete Familienunternehmen stellt seit jeher Ziegel und Klinker nach traditionellen Verfahren her. Nun modernisiert Janinhoff sein Werk in Münster – und das bei laufendem Betrieb. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Nordrhein-Westfalen sowie von NRW.Energy4Climate, die als zentrale Partner fungieren.
Die deutsche Ziegelbranche verursacht derzeit jährlich rund 1,74 Millionen Tonnen CO₂, vor allem durch den Einsatz von Erdgas. Janinhoffs neues Konzept zielt auf eine nahezu CO₂-freie Herstellung seiner Fassadenmaterialien ab. Der Wechsel zu grünem Wasserstoff, kombiniert mit Elektrifizierung und hybriden Systemen, soll industrielle Prozesse flexibler und nachhaltiger gestalten.
2024 schloss das Unternehmen eine Klimavereinbarung mit der Bundesregierung ab. Darin verpflichtet sich Janinhoff, seine Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent und bis 2042 um 90 Prozent zu reduzieren. Dr. Caroline Foyer-Clitheroe, Leiterin der Klinkerproduktion, bezeichnete den Wandel als "grundlegende Transformation für das gesamte Unternehmen". Das Projekt unterstreicht, wie entscheidend es ist, thermische Prozesse von fossilen Brennstoffen zu lösen, um Klimaneutralität zu erreichen.
Durch die Modernisierung wird Janinhoff in der Lage sein, Ziegel mit minimalem CO₂-Fußabdruck herzustellen. Der Umstieg auf grünen Wasserstoff setzt Maßstäbe für andere Hersteller der Branche. Gelingt das Vorhaben, könnte es in den kommenden Jahrzehnten dazu beitragen, die Emissionen der gesamten deutschen Ziegelindustrie zu senken.






