30 March 2026, 10:25

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern strengere Gesetze

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern strengere Gesetze

Über 500 Menschen versammelten sich am Sonntag in der Bonner Innenstadt, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Kundgebung folgte einem größeren Marsch in Köln am Vortag und spiegelt die wachsende Besorgnis in der Bevölkerung der Rheinland-Region wider. Organisiert wurde die Demonstration von einem Bündnis lokaler Parteien – Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und Volt –, die strengere Schutzmaßnahmen für Frauen forderten.

Die Protestierenden füllten den Marktplatz vor dem alten Rathaus und hielten Schilder mit Botschaften wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Song von Cindy Lauper – oder "Wir sind wütend". Rednerinnen und Redner verlangten von Männern, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliche Einstellungen zu bekämpfen, die Gewalt gegen Frauen schüren.

Die Bonner Demonstration findet vor dem Hintergrund einer gestiegenen Aufmerksamkeit für digitale Gewalt in Deutschland statt. Eine Untersuchung von Der Spiegel aus dem Jahr 2023 deckte weitverbreiteten Missbrauch auf, darunter den Deepfake-Fall von 2025, der die Schauspielerin Collien Fernandes und ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, betraf. Offizielle Statistiken verzeichnen 18.224 gemeldete Fälle von Gewalt gegen Frauen im Jahr 2024 – ein Anstieg von 6 % im Vergleich zu 2023. Expertinnen und Experten schätzen jedoch, dass nur 2,4 bis 10 % der Vorfälle tatsächlich angezeigt werden.

Als Reaktion kündigte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) Pläne für ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt an, das im Frühjahr 2026 in Kraft treten soll. Der Gesetzentwurf sieht vor, Deepfakes und andere Formen von Online-Missbrauch unter Strafe zu stellen, und wird von den Grünen, der CDU sowie dem Bundesrat unterstützt. NGOs wie Terre des Femmes fordern umfassendere Regelungen, die auch Cyberstalking, Doxxing und die Verantwortung von Plattformen abdecken. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte jedoch Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser strengere Schutzmaßnahmen nicht unterstütze.

Die Bonner Demonstration ist Teil einer Welle öffentlichen Drucks für rechtliche Reformen. Angesichts steigender Opferzahlen und einer hohen Dunkelziffer fordern Aktivistinnen und Aktivisten schnellere Maßnahmen gegen digitale Gewalt. Das für 2026 geplante Gesetz markiert einen Schritt, um bestehende Lücken im Schutz zu schließen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle