Falsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind
Edmund HeckerFalsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind
Ein online kursierendes Video hat eine Debatte über die Besucherzahlen beim diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Dresden ausgelöst. Einige Nutzer in sozialen Medien behaupteten, 250.000 Menschen hätten an der diesjährigen Veranstaltung teilgenommen. Doch weder die Stadt noch lokale Medien haben jemals eine solche Zahl genannt.
Bei dem fraglichen Clip handelt es sich um eine Aufnahme vom Abend des 5. Juni. Er zeigt einen einzelnen Paradewagen mit nur wenigen Personen, die den Altmarkt betreten. Dabei handelte es sich um eine spontan angekündigte Kundgebung – nicht um den Hauptumzug des CSD.
Die Hauptveranstaltung am Samstag umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmer. Das Video gibt daher nicht das gesamte Ausmaß der Feierlichkeiten wieder. Die Dresdner Behörden bestätigten, dass weder sie noch die Polizei jemals von 250.000 Besuchern beim diesjährigen CSD gesprochen hätten.
Historische Daten zeigen, dass seit 1994 insgesamt etwa 260.000 Menschen an CSD-Demonstrationen in Dresden teilgenommen haben. Das begleitende Straßenfest zog seit 2004 rund 310.000 Besucher an. Das kursierende Video zeigt eine kleine, separate Versammlung und nicht den Hauptumzug. Keine offizielle Quelle hat jemals 250.000 Teilnehmer für den diesjährigen CSD in Dresden gemeldet. Die Diskrepanz entsteht durch eine Fehlinterpretation der Aufnahmen im Netz.






