Deutsche Bahn bohrt 230 Meter tief für neue ICE-Strecke zwischen Bielefeld und Hannover
Edmund HeckerDeutsche Bahn bohrt 230 Meter tief für neue ICE-Strecke zwischen Bielefeld und Hannover
Die Deutsche Bahn bohrt derzeit ihr tiefstes Erkundungsbohrloch in der Nähe von Porta Westfalica – ein wichtiger Schritt bei den Vorbereitungen für eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke. Das 230 Meter tiefe Loch soll Aufschluss über die Bodenstabilität und mögliche Wasserrisiken für die geplante ICE-Trasse zwischen Bielefeld und Hannover geben. Die Arbeiten begannen Anfang September und sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Seit Anfang September wurden in der Region Porta Westfalica bereits sechs Bohrungen durchgeführt. Die tiefste, mit 230 Metern, entsteht derzeit im Weserbergland. Die Ingenieure streben an, die Bohrarbeiten bis Ende Dezember abzuschließen; die endgültigen Ergebnisse werden für Anfang 2026 erwartet.
Das Projekt untersucht die Untergrundverhältnisse, um die Gesteinsstabilität und die Auswirkungen auf das Grundwasser zu prüfen. Die Erkenntnisse werden die weiteren Planungsphasen der Hochgeschwindigkeitsstrecke maßgeblich beeinflussen – und könnten sogar eine Überarbeitung der vorgeschlagenen Trassenführung erfordern.
Unterdessen wächst der Widerstand unter Anwohnern, Landwirten und Bürgerinitiativen. Sie fordern mehr öffentliche Beteiligung und strengere Schutzmaßnahmen für Dörfer, Betriebe und die Landschaft. Eine Petition mit über 30.000 Unterschriften wurde mittlerweile an den Petitionsausschuss des Bundestags überreicht, um ihre Bedenken auf Bundesebene zu thematisieren.
Die ARD berichtet am 7. November ab 5:30 Uhr im Morgenmagazin über das Thema, gefolgt von der Lokalzeit (WDR) um 19:30 Uhr.
Die Bohrergebnisse werden zeigen, ob Anpassungen am Streckenentwurf der ICE-Trasse notwendig sind. Zudem sind langfristige Monitoring-Stationen an ausgewählten Standorten geplant. Angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks könnten die Erkenntnisse nicht nur technische Entscheidungen prägen, sondern auch künftige Debatten über den Schutz der Region beeinflussen.






