Bottrops literarischer Abend entfacht Debatte über reproduktive Rechte und Selbstbestimmung
Walburga HornigBottrops literarischer Abend entfacht Debatte über reproduktive Rechte und Selbstbestimmung
Literaturveranstaltung in Bottrop rückt Debatte um reproduktive Rechte in den Fokus
Letzte Woche stand in Bottrop eine literarische Veranstaltung im Zeichen der anhaltenden Diskussion um reproduktive Rechte. Am 26. September 2025 stellte die Autorin Nora Burgard-Arp im VHS-Filmforum ihren Debütroman „Wir nicht“ vor – organisiert vom Gleichstellungsbüro der Stadt anlässlich des bevorstehenden Safe Abortion Day am 28. September. Der Abend umfasste eine Lesung, eine angeregte Diskussion sowie eine Buchsignierstunde in Kooperation mit der Humboldt-Buchhandlung.
Burgard-Arps Roman erzählt die Geschichte von Mathilda, einer Frau in einer dystopischen Zukunft, in der reproduktive Rechte drastisch eingeschränkt sind. Zunächst schweigt sie zu den Ungerechtigkeiten um sie herum, doch als sie ungewollt schwanger wird, ergreift sie radikale Maßnahmen. Das Buch thematisiert körperliche Selbstbestimmung und Widerstand in einem repressiven System.
Nach der Lesung entwickelte sich im Publikum eine lebhafte Debatte über individuelle politische Verantwortung. Im Anschluss signierte Burgard-Arp ihr Buch; Exemplare von „Wir nicht“ waren vor Ort erhältlich. Die Autorin, die sich stark für Bildung engagiert, bietet auf Einladung von Lehrkräften auch kostenlose Lesungen an Schulen an.
Der Termin der Veranstaltung fiel bewusst auf die Zeit vor dem Safe Abortion Day, einer weltweiten Kampagne, die sich für sichere Abbrüche als grundlegendes Gesundheitsrecht einsetzt. In Deutschland steht Abtreibung seit 1871 unter Strafrecht – das Bottroper Gleichstellungsbüro setzt sich weiterhin für eine Reform der Gesetzeslage ein.
Der Abend verband Literatur mit Aktivismus und lenkte den Blick auf fiktive wie reale Kämpfe um reproduktive Freiheit. Burgard-Arps Roman und die anschließende Diskussion unterstrichen die Dringlichkeit des Themas – besonders vor dem Hintergrund, dass Bottrop und andere Städte eine Überarbeitung der seit langem geltenden Abtreibungsgesetze in Deutschland fordern.






