Bergisch Gladbachs Inklusionsrat bekommt neue Führung und mehr Mitsprache für Betroffene
Lia RömerBergisch Gladbachs Inklusionsrat bekommt neue Führung und mehr Mitsprache für Betroffene
Inklusionsrat von Bergisch Gladbach: Neue Führung, mehr Mitsprache für Menschen mit Behinderungen
Der Inklusionsrat der Stadt Bergisch Gladbach hat tiefgreifende Veränderungen in Führung und Struktur durchlaufen. Erstmals sind vier neue Mitglieder mit Lernbehinderungen hinzugekommen, während der Rat selbst von neun auf dreizehn Sitze erweitert wurde. Bei den jüngsten Wahlen übernahmen Katharina Kaul und Uta Vossebrecker Schlüsselpositionen als Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende.
Katharina Kaul, die die Katholische Jugendagentur vertritt, wurde zur neuen Vorsitzenden des Inklusionsrats gewählt. Uta Vossebrecker von der städtischen Max-Bruch-Musikschule übernahm das Amt ihrer Stellvertreterin. Ihre Ernennung markiert eine Neuausrichtung des Gremiums, das die Interessen von Menschen mit Behinderungen in der kommunalen Politik stärker zur Geltung bringen will.
Darüber hinaus hat der Rat einen aktualisierten Aktionsplan Inklusion (2024–2028) verabschiedet. Dieser sieht unter anderem den Ausbau inklusiver Ganztagsschulangebote, Fortbildungen für Lehrkräfte zu Lernschwierigkeiten sowie die Schaffung von 50 neuen Assistenzstellen vor. Bevor die Maßnahmen umgesetzt werden können, müssen sie jedoch zunächst vom Ausschuss für Soziales, Wohnen, Demografie und Gleichstellung (ASWDG) sowie vom Stadtrat gebilligt werden.
Ein Novum ist die direkte Vertretung von Menschen mit Lernbehinderungen im Rat. Ihre Mitwirkung stellt sicher, dass die Perspektiven von Betroffenen unmittelbar in die kommunalen Beratungen einfließen. Zudem entsendet der Inklusionsrat nun Mitglieder in Fachausschüsse des Stadtrats, um Belange von Menschen mit Behinderungen stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.
Der erweitere Rat wird sich künftig dafür einsetzen, behindertenpolitische Prioritäten in die städtische Politik Bergisch Gladbachs zu integrieren. Sollte der neue Aktionsplan genehmigt werden, werden konkrete Schritte zur Verbesserung der Barrierefreiheit und Unterstützung in der Stadt folgen. Die Reformen spiegeln das Bestreben wider, Menschen mit Behinderungen mehr Einfluss auf lokale Entscheidungen zu verschaffen.






