Bergisch Gladbach spart 3,8 Millionen Euro – doch wo bleibt der Schmerz für Bürger?
Lia RömerBergisch Gladbach spart 3,8 Millionen Euro – doch wo bleibt der Schmerz für Bürger?
Bergisch Gladbach spart 3,8 Millionen Euro durch Haushaltskürzungen
Die Stadt Bergisch Gladbach hat durch eine Reihe von Sparmaßnahmen 3,8 Millionen Euro eingespart. Die Kürzungen betreffen vor allem Betriebs- und Personalkosten – ohne dass es zu Entlassungen gekommen ist. Der Großteil der Einsparungen entfällt auf die Personalkosten, die zwei Drittel der gesamten Reduzierung ausmachen.
Ursprünglich hatte sich die Stadt zum Ziel gesetzt, in diesem und den folgenden Jahren mindestens 1,3 Millionen Euro bei den Betriebskosten einzusparen. Bisher wurden die Betriebskosten um 1,3 Millionen Euro und die Personalkosten um 2,5 Millionen Euro gesenkt. Die größte Einzelmaßnahme – eine Kürzung von 371.000 Euro – ergab sich aus der vorübergehenden Schließung des Standorts Hermann-Löns-Halle, der bisher als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde.
Auch die Budgets für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit wurden in mehreren Bereichen gekürzt. Die Feuerwehr muss mit Einsparungen von über 300.000 Euro rechnen – eine der höchsten Belastungen. Auch die Jugendkultur, Flüchtlingsdienste und andere Bereiche sind von Kürzungen betroffen.
Die Stadt verzichtete darauf, Eltern durch höhere Kita-Gebühren mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 2 Millionen Euro zu belasten. Sozialleistungen, die größtenteils gesetzlich vorgeschrieben sind, blieben weitgehend verschont – hier gab es nur kleinere Kürzungen, etwa bei Dolmetscherdiensten für junge Familien. Da der Großteil der städtischen Ausgaben gesetzlich festgelegt ist, bleibt wenig Spielraum für freiwillige Anpassungen.
Die Personaleinsparungen wurden ohne Entlassungen umgesetzt. Freie Stellen bleiben zunächst sechs Monate unbesetzt, bevor sie neu bewertet werden. Beförderungen im öffentlichen Dienst finden künftig nur noch zweimal im Jahr statt, und Probezeiten werden nicht verkürzt. Neue Teilrentenregelungen werden nicht mehr angeboten, und nicht genutzte Urlaubstage verfallen künftig. Die Personalausgaben sind auf dem Stand von 2026 eingefroren; Stellen werden schrittweise abgebaut, wenn Mitarbeiter die Stadt verlassen.
Die Verwaltung plant, in diesem Jahr 1,35 Millionen Euro einzusparen und die Ziele des Stadtrats in den folgenden Jahren zu übertreffen. Die Vorgaben für 2026 und die beiden darauffolgenden Jahre wurden bereits erfüllt. Dennoch warnte Finanzdezernent Eggert, dass steigende Kosten und Risiken bei den Einnahmen die Stadt weiterhin vor Herausforderungen stellen werden.
Die Kernleistungen für die Bürger bleiben erhalten, doch einige Kürzungen werden spürbar sein. Zudem reduziert die Stadt ihren Versicherungsschutz und geht damit ein höheres finanzielles Risiko ein. Das prognostizierte Haushaltsdefizit von 49 Millionen Euro für dieses Jahr bleibt unverändert. Die Verwaltung hat Schritte unternommen, um die Ausgaben zu kontrollieren, ohne auf Entlassungen zurückzugreifen. Einige Kürzungen – insbesondere im Marketing, bei der Flüchtlingsunterbringung und bei der Feuerwehr – werden für die Bürger bald sichtbar werden.
