16 March 2026, 14:21

Bergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Haushaltsloch – Steuererhöhungen drohen

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das 'Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern für Reich und Großkonzerne noch weiter.'

Bergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Haushaltsloch – Steuererhöhungen drohen

Bergisch Gladbach steht vor schweren finanziellen Herausforderungen – die jährlichen Haushaltsdefizite könnten sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen. Die Ausgaben der Stadt übersteigen die Einnahmen bei Weitem, und die Verantwortlichen warnen vor schwierigen Entscheidungen in der nahen Zukunft. Bei einer aktuellen Veranstaltung der BürgerAkademie wurde deutlich, wie komplex der Haushalt ist und wie begrenzt die Möglichkeiten zur Kostensenkung sind.

Die finanziellen Probleme der Stadt haben ihre Ursache vor allem in steigenden Ausgaben für Sozialleistungen und Personalkosten. Lohnerhöhungen treiben die Ausgaben in die Höhe, während der Großteil des Budgets durch feste Verpflichtungen gebunden ist. Das lässt kaum Spielraum für Kürzungen, wie Stadtkämmerer Thore Eggert erklärt, der für Einnahmen, Ausgaben und Schulden zuständig ist.

Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass er als unparteiischer Verwaltungsfachmann und nicht als Politiker spreche. Um jährlich vier Millionen Euro zusätzliche Einnahmen zu generieren, schlug er vor, die Grund- und Gewerbesteuern anzuheben. Trotz der angespannten Haushaltslage hat die Stadt für 2026 Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro eingeplant – unter anderem für Schulen, Straßen, Kinderbetreuung und die Neuentwicklung des Industriegeländes Zanders.

Der Stadthaushalt selbst umfasst fast 500 Seiten und ist für Bürger ohne Fachwissen nur schwer nachvollziehbar. Normalerweise wird der Finanzplan bis Jahresende vom Stadtrat verabschiedet. Diesmal verzögert sich das Verfahren jedoch aufgrund der kürzlichen Kommunalwahlen.

Nun steht Bergisch Gladbach vor der Aufgabe, steigende Kosten mit dringend notwendigen Investitionen in Einklang zu bringen. Die geplanten Steuererhöhungen sollen das Defizit verringern, doch der Großteil der Ausgaben bleibt unveränderbar. Ohne tiefgreifende Reformen dürfte der finanzielle Druck auf die Stadt weiter bestehen.

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