Atommüll-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz begleiten Castor-Behälter
Lia RömerAtommüll-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz begleiten Castor-Behälter
Ein Transport mit Atommüll traf am frühen Mittwochmorgen in Ahaus ein, nachdem er eine 170 Kilometer lange Strecke aus Jülich zurückgelegt hatte. Der Konvoi, zu dem ein einzelner Castor-Behälter gehörte, wurde von Demonstranten und einem starken Polizeiaufgebot erwartet. Veranstalter hatten gefordert, alle solchen Transporte so lange auszusetzen, bis eine dauerhafte Lagerlösung gefunden ist.
Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr und durchquerte Nordrhein-Westfalen ohne Zwischenfälle. Entlang der Strecke waren fast 2.400 Beamte im Einsatz – ein Aufwand, den Patrick Schlüter als übertrieben und schlecht getimt kritisierte.
Die jüngste Ankunft markiert den ersten größeren Transport seit 1996, als Ahaus begann, Atommüll anzunehmen. Seither wurden 152 Castor-Behälter in das etwa zwei Kilometer vom Ort entfernte Zwischenlager gebracht.
Demonstranten versammelten sich entlang der Route, einige trafen mit dem Fahrrad ein, nachdem die von der Mahnwachen-Organisatorin Hanna Poddig geführten Verhandlungen abgeschlossen waren. Sie argumentierte, dass alle Atommülltransporte gestoppt werden müssten, bis ein Endlager eingerichtet sei. Alexander Vogt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, behauptete, die Transporte hätten vollständig vermieden werden können.
Der Abfallbehälter wurde sicher im Ahauser Zwischenlager angeliefert. Die Polizei bestätigte, dass es während der Fahrt zu keinen Störungen oder Vorfällen gekommen sei. Die Debatte über den Transport und die Lagerung von Atommüll wird jedoch voraussichtlich weitergehen.






