Abschied von einer Mainzer Institution: Weinstube Gebert schließt für immer
Lia RömerAbschied von einer Mainzer Institution: Weinstube Gebert schließt für immer
Ein bekanntes Wahrzeichen in Mainz-Neustadt schließt bald für immer seine Türen
Die Weinstube Gebert, ein familiengeführtes Restaurant, das seit 1974 seine Gäste bewirtet, wird bis zum 31. Juli 2026 endgültig schließen. Die Entscheidung fällt nach Jahrzehnten, in denen das Lokal traditionelle Küche anbot und sich eine treue Stammkundschaft in der Region aufbaute.
Eröffnet wurde die Weinstube einst von Marianne Gebert, heute 75 Jahre alt, die das Haus viele Jahre leitete, bevor ihr Sohn Frank 2007 die Geschäftsführung übernahm. Bekannt für seine Weinexpertise und deftige Hausmannskost, wurde das Restaurant vor nur drei Jahren vom Feinschmecker-Magazin als bestes "Alltagsrestaurant" in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Frank Gebert beschrieb die Küche stets als "gutbürgerlich und ehrlich" und erzählte oft von der Freude, über die Jahre Stammgäste begrüßen zu dürfen.
Einer der Höhepunkte in der Geschichte des Hauses war 2018 der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Trotz des guten Rufs und solider Geschäfte gelang es Frank Gebert jedoch nicht, einen Nachfolger zu finden, der die hohen Standards hätte weiterführen können. Die Schließung erfolgte aus persönlichen Gründen – finanzielle Schwierigkeiten durch die Pandemie spielten dabei keine Rolle.
Die Familie hat die Endgültigkeit der Entscheidung noch nicht ganz verarbeitet und erwartet einen emotionalen Moment, wenn die Türen endgültig geschlossen werden. Bis dahin läuft der Betrieb wie gewohnt weiter; für Ende Juli ist eine Abschiedsfeier geplant. Was danach mit den Räumlichkeiten geschieht, steht noch nicht fest – die Reaktionen aus der Nachbarschaft auf die Nachricht waren jedoch überwältigend.
Die Weinstube Gebert war über Jahrzehnte eine Institution in Mainz-Neustadt und ragte als traditioneller Ort in einer sich wandelnden Gastronomieszene heraus. Kaum ein anderes lokales Restaurant konnte in den letzten Jahrzehnten eine vergleichbare historische Bedeutung vorweisen.
Mit der Schließung endet eine Ära, die 1974 begann. Stammgäste und Besucher verlieren einen Ort, der für seinen Wein, sein Essen und seine herzliche Gastfreundschaft bekannt war. Was an die Stelle der Weinstube treten wird, ist noch ungewiss – die Zukunft des Hauses bleibt vorerst offen.






