18 March 2026, 16:21

40 Millionen Euro auf dem Prüfstand: Bonner Gericht entscheidet über Cum-Ex-Gewinne von Christian Olearius

Liniengraph, der die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Cum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - 40 Millionen Euro auf dem Prüfstand: Bonner Gericht entscheidet über Cum-Ex-Gewinne von Christian Olearius

Vor dem Bonner Landgericht steht eine neue Verhandlung an, die entscheiden soll, ob 40 Millionen Euro von Christian Olearius, dem ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter der M.M. Warburg Bank, eingezogen werden können. Im Mittelpunkt des Falls steht seine mutmaßliche Rolle im Cum-Ex-Steuerskandal, einem der größten Finanzbetrugsfälle Deutschlands. Zwar wurden die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn früher aus gesundheitlichen Gründen eingestellt, doch das Einziehungsverfahren läuft weiter.

Christian Olearius führte die M.M. Warburg Bank über Jahre und soll Dividenden-Stripping-Geschäfte gebilligt haben, durch die zwischen 2001 und 2011 illegale Steuererstattungen in Höhe von über 200 Millionen Euro generiert wurden. Das Cum-Ex-System nutzte Schlupflöcher im deutschen Steuerrecht aus und kostete den Staat Milliarden. Während die Bank 2020 einen Vergleich über 180 Millionen Euro schloss, wurde Olearius selbst 2022 zu einer Geldstrafe von 17,2 Millionen Euro verurteilt – er beteuert jedoch weiterhin seine Unschuld.

Der Bundesgerichtshof hob kürzlich ein früheres Urteil des Bonner Gerichts auf und erzwang damit eine erneute Prüfung des Einziehungsantrags. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass die 40 Millionen Euro illegale Gewinne aus dem Skandal darstellen. Olearius wird die anstehende Verhandlung jedoch aufgrund seines Gesundheitszustands nicht persönlich beiwohnen.

Obwohl das Strafverfahren eingestellt wurde, bleibt die Frage nach seiner Verstrickung in den Fall weiterhin offen. Das Bonner Gericht muss nun entscheiden, ob die Einziehung auf Basis der vorliegenden Beweise vollzogen werden kann.

Das Ergebnis der Verhandlung wird zeigen, ob der Staat die 40 Millionen Euro, die mit den Cum-Ex-Geschäften in Verbindung stehen, beschlagnahmen kann. Olearius mag zwar keinen strafrechtlichen Konsequenzen mehr gegenüberstehen, doch drohen ihm weiterhin finanzielle Folgen, falls das Gericht gegen ihn entscheidet. Der Fall unterstreicht die langwierigen juristischen Nachwehen eines der berüchtigtsten Steuerbetrugsskandale Deutschlands.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle